Kindersingwoche

Von Sonntag, 10.07.2016 (17.00 Uhr) bis Freitag, 15.07.2016 (15.00 Uhr) findet in der Jugendherberge Bad Neuenahr die Kindersingwoche des Chorverbandes der ev. Kirche im Rheinland e.V. statt. Sie wird von Mascha Korn und Katrin Wissemann gemeinsam mit ihren Männern geleitet.
Auf der Kindersingwoche wird ein Kindermusical einstudiert und am Ende der Woche allen Eltern und Geschwistern vorgetragen. Außerdem gibt es jede Menge Freizeitaktivitäten wie Basteln, Schwimmengehen und Ausflüge. Wer ein Instrument spielt, darf dieses gerne mitbringen. Geeignet ist die Kindersingwoche für Kinder von 8 bis 12 Jahren.
Kosten für Unterbringung in Mehrbettzimmern, Programm und Vollpension mit vier Mahlzeiten am Tag für Mitglieder des Chorverbandes:
1. Kind: 195 Euro
Jedes weitere Geschwisterkind: 175 Euro
Nicht-Mitglieder: 210 Euro

Anmeldung (bis zum 02.06.2016) auf der Internetseite des Chorverbandes der ev. Kirche im Rheinland e.V.:

Gottesdienst unter freiem Himmel

Niederdrees lädt ein
Pfingstmontag, 16. Mai 2016, 11:00 Uhr
Alter Schulhof neben St. Antonius in Niederdrees
So ist es Tradition bei uns: An Pfingstmontag besucht die ganze Gemeinde einen ihrer Außenorte, um dort bei hoffentlich gutem Wetter unter freiem Himmel zu feiern. Wir machen uns zu Fuß, mit dem Fahrrad, PKW oder mit dem Gemeindebus auf den Weg.
Unser Gemeindebus hält an folgenden Stellen, eine Anmeldung der Mitfahrenden im Büro (Tel.: 4760) ist erbeten:
10:10 Uhr Leberstraße (Kindergarten)
10:15 Uhr Fliederstraße Ecke Dahlienstraße
10:20 Uhr Breslauer Straße (ehem. Edeka)
10:40 Uhr Gnadenkirche
Nach dem Gottesdienst gibt es ein Mittagessen und Kaffee/Kuchen. Bitte bringen Sie nach Möglichkeit (tiefe) Teller, Löffel, Messer, Gabel und einen Becher mit, damit wir möglichst wenig Müll produzieren.
Wir freuen uns auf Sie!

Frühstückscafé

Nächsten Donnerstag, am 12.05.2016, findet wieder das monatliche Frühstückscafé für Senioren und Seniorinnen zwischen 65 und 75 Jahren im Gemeindehaus statt! Von 09.00 – 11.00 Uhr sind Sie alle herzlich eingeladen, zusammen zu frühstücken, zusammen zu reden und sich an der Gemeinschaft miteinander zu erfreuen! Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen!

Predigt Kantate 24.04.2016

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes, des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Kol 3,12-17:
12 So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld;
13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!
14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.
15 Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar.
16 Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.
17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Liebe Brüder und Schwestern,

stellen Sie sich vor, wir als Gemeinde wären ein großer Chor. Das sollen wir doch sein, oder. Schließlich heißt unser Sonntag Kantate – Singt! Und im Predigttext steht es eindeutig: „Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen!“
Was würden wir als Gemeindechor wohl singen? Eine jubelnde und dankbare Antwort auf das, was Gott für uns und an uns getan hat – Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat? Oder Klagelieder, die das Weinen und Flehen, die Hoffnung auf Hilfe, das „Herr, erbarme dich!“ Gott anvertrauen, Passionsgesänge oder Osterjubel – je nachdem wie wir uns in dieser Welt gerade wahrnehmen, je nachdem wovon das Herz voll ist
und der Mund überquillt?

Stellen Sie sich vor, wir, die ganze Gemeinde, wären ein Chor, der Chor der auserwählten Heiligen! Was, ein Auswahlchor? Ob ich da überhaupt mitsingen darf? Vielleicht muss man erst vorsingen, mit glockereiner Stimme.
Vielleicht darf nur mitsingen, wer immer genau den richtigen Ton trifft, nur die Begabten, die Sicheren, die mit der klaren Stimme und dem guten Ton, die sich auskennen und wissen, wie es geht.
Falsch – Gemeinde ist ein Chor der Auserwählten, und kein Auswahlchor – eine Verwechslung, die schnell passiert ist. Der Chor der auserwählten Heiligen – dazu gehören wir alle – Sie und Sie und du und ich – nicht weil wir so heilig sind, nicht weil wir so laut und überzeugend singen können, nicht, weil wir uns durch irgendetwas Besonderes auszeichnen, sondern weil Gott uns auserwählt hat, er hat uns zu seinen auserwählten Heiligen gemacht – damals, bei unserer Taufe. Da hat er gesagt: Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter! Du gehörst zu mir.
Heilig ist, wer zu Gott gehört – zur Gemeinschaft der Heiligen – von ihm ausgewählt; durch ihn gerettet; durch seinen Tod und seine Auferstehung mit einem neuen Leben beschenkt. Damit sind wir aufgenommen in diesen Chor – ohne Aufnahmeprüfung.

Stellen Sie sich vor, unsere Gemeinde wäre ein solcher Chor der auserwählten Heiligen. Viele Chöre haben eine bestimmte Chorkleidung – zumindest bei Konzerten: ein Shirt mit Aufdruck, schwarz weiß, wenn es feierlich sein soll, vielleicht noch ein Seidenschal, um dem Ganzen etwas Glanz zu verleihen – bunt oder einfarbig – je nachdem, welche Signale man mit der Kleidung setzen will, je nachdem, was gesungen wird.
Unser Predigttext empfiehlt unserem vorgestellten Gemeindechor auch eine bestimmte Kleidung – eine Kleidung, die sich nicht nur auf den äußeren Eindruck bezieht, sondern sich auf unsere Stimme und unsere Stimmung auswirkt, auf Harmonie und Zusammenklang. „Zieht an als die auserwählten Heiligen herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld.“
Was sind das für Kleider?
Erbarmen – Habt ein weites Herz füreinander! Nehmt eure Mitsänger und Mitsängerinnen wahr! Achtet aufeinander, darauf, wie es den anderen geht, auf ihre Stimmung! Seid mit ihren Fehlern barmherzig – ihr trefft schließlich auch nicht immer den richtigen Ton. Nagelt sie nicht drauf fest! Gebt einander den Raum, den jede und jeder braucht und helft dazu, dass jeder sich mit seinen Gaben einbringen kann. Fangt nicht an, zu vergleichen und zu beurteilen, das verpestet nur das Klima.
Freundlichkeit – Kommt nicht schon missmutig und missgünstig an. Begegnet einander vielmehr mit Freundlichkeit, mit einem netten Wort. Seid offen, wenn jemand neu dazu kommt und die Gepflogenheiten noch nicht kennt. Freundlichkeit schottet sich nicht ab. Macht den großen Chor der Gemeinde nicht zu einer geschlossenen Gesellschaft, in der nur mitsingen darf, wer schon immer dabei war.
Demut – Es können nicht immer alle die Melodie oder die markante Oberstimme singen. Seid bereit auch mal zurück zu treten, die zweite Stimme zu singen. Auch der darf im Gesamten nicht fehlen. Schaut, was gebraucht wird! Tut, was dem Ganzen dient! Stellt euch in den Dienst aller, statt immer nur drauf bedacht zu sein, selber groß raus zu kommen, gehört und wahrgenommen zu werden.
Sanftmut – Begegnet einander nicht mit gewaltigen Gesten, lauten Worten, sondern ruhig, besonnen – sanft eben. Dazu gehört Mut, denn die leisen, die sanften werden manchmal auch überhört und nieder gebrüllt.
Geduld – die braucht nicht nur der Chorleiter – aber der hat sie ohne Ende, denn unser Gemeindechor wird von keinem anderen dirigiert als von dem, der uns in den Chor aufgenommen hat, von Jesus Christus. Und der hat Geduld mit uns – über die Maßen – auch mit unseren schiefen Tönen und unseren manchmal kruden Eigenarten.
Aber auch wir brauchen Geduld miteinander, der Sopran mit dem Bass, der, der seine Stimme gut und schnell kann mit dem, der sich immer wieder schwer tut, die Alten mit den Jungen, die Ruhigen mit den Unruhigen, der ausgebildete Tenor mit dem, der nur selten einen Ton auf Anhieb trifft. Geduld anzuziehen, hilft auch, mit Misserfolg und Rückschlägen umzugehen, und damit, dass manches unendlich langsam voran geht und mühsam ist – und sich manches vielleicht nie ändert.
Das alles soll unsere Chorkleidung sein, sagt Paulus.

Na, mit dieser Kleidung müsste der Chor ja an Harmonie kaum zu überbieten sein – das reine Paradies: kein böses Wort, kein Streit, kein Neid, kein Gerangel um die besten Plätze und die Gunst des Chorleiters – gibt’s das im richtigen Leben? Das klingt jedenfalls ganz schön anstrengend.
Ich bin nämlich gar nicht sicher, ob diese Kleider mir nicht viel zu groß und zu schwer sind. Was, wenn ich immer wieder zu den alten, vertrauten, bequemen Klamotten greife? Was ist, wenn mir die Demut und die Sanftmut abgehen, wenn Geduld nicht gerade meine große Stärke ist? Paulus, geht das nicht eine Nummer kleiner?
Doch, das geht, denn nach diesen großen Worten sagt auch Paulus es noch mal eine Nummer kleiner und eine Nummer nüchterner: Ertragt einander – sagt er. Na, das klingt ja schon ein bisschen normaler – aber leicht ist das auch nicht.
Wenn ich bedenke, wie schwer ich manchmal zu ertragen bin und wie schwer es mir manchmal fällt, andere zu ertragen, die mich einfach nur nerven. Ertragt einander – den schief brummenden Bass, die schrill kreischende Sopranistin, die sich immer so wichtig macht, den Tenor, der ständig in die Pausen singt und die unruhige Altistin, die keinen Moment ihre Klappe halten kann. Ertragt einander – mit euren Fehlern und Macken, mit all den Rückschlägen, mit dem, was euch manchmal aneinander auf die Nerven geht oder befremdet. Ertragt einander, weil Jesus Christus jede und jeden von euch auserwählt hat, weil ihr alle, jeder und jede, seine Geliebten seid.
Und vergebt einander – denkt immer daran: Du und der andere – ihr seid beide nicht perfekt und immer wieder auf Vergebung angewiesen – und Jesus Christus vergibt euch und nimmt euch mit euren Fehlern und Eigenarten immer wieder an – wie solltet Ihr da dem anderen Vergebung schuldig bleiben. Geht vielmehr freundlich und geduldig mit euch und euren Fehlern um, schmiert sie euch nicht gegenseitig auf’s Butterbrot. Vergebt einander, bemüht euch umeinander.
Jesus Christus hat es euch vorgemacht. Ihr dürft neue Kleider tragen. Ihr dürft neue Lieder singen. Traut euch! Übt es immer wieder ein. Und wenn sie euch zu groß erscheinen – Ihr werdet hineinwachsen. Nehmt die neuen Gewänder, ihr müsst sie nicht selber nähen oder weben. Jesus schenkt sie euch. Er hat sie euch umgelegt in der Taufe und er hat euch gezeigt, wie man sie trägt. Er gibt uns noch eines dazu: Die Liebe. Sie hält all diese Gewänder zusammen. Sie ist der Gürtel, der uns die einzelnen Gewänder erst ordentlich tragen lässt. Sie ist das bunte Band der Vollkommenheit, das sie erst recht zur Geltung bringt. Ohne diese Liebe wird all das andere zu starrer Pflichterfüllung, zu Zwang, zu verbissenem Gutsein. Ohne die Liebe sind unsere besten moralischen Leistungen, unser größtes Bemühen, unsere fleißigsten guten Taten nichts wert. Ohne die Liebe ist die Freundlichkeit aufgesetzt, die Demut nur gespielt, die Sanftmut erzwungen, die Geduld mit knirschenden Zähnen ausgehalten und das Erbarmen mit der Faust in der Tasche gezeigt. Ohne die Liebe sind all die anderen Gewänder nur Verkleidung, fromme Deckmäntelchen. Erst die Liebe lässt all das zur Wirkung, zum Klingen und Schwingen kommen.
Jesus hat uns neue Kleider geschenkt. Wir sollten sie anziehen und nicht in den Kleiderschrank hängen. Sie sind nicht nur für Weihnachten und Ostern, für Taufe und Konfirmation, für große Konzerte. Sie sind für alle Tage, für jeden Ton, den wir singen im Chor unserer Gemeinde. So bekleidet können wir heraussingen und heraustragen, wovon unser Herz voll ist und unser Mund überquillt.
So wird das Wort Christi, sein Evangelium, reichlich in uns wohnen und leben und nicht nur an Sonntagen zu Besuch sein. So werden alle es hören, das neue Lied, das vom Leben singt, wo der Tod regiert, das vom Frieden erzählt, den er in unser Herz gelegt hat, das einstimmen lässt in den Dank für das neue Leben, das er uns geschenkt hat.
Wir dürfen neue Kleider tragen, wir dürfen neue Lieder singen, weil er uns neues Leben geschenkt hat.

Und der Friede Christi, zu dem wir auch berufen sind in einem Leibe, regiere in unseren Herzen. Amen.

Gudrun Schlösser

VerteilerInnen dringend gesucht!

Für das Rodderfeld rund um den Fritz-Knoll-Ring werden dringend eine oder zwei Verteilerinnen oder Verteiler für insgesamt ca. 77 Gemeindebriefe gesucht. Ebenso vakant sind in Rheinbachs Innenstadt die Straßen rund um den Prümer Wall (ca. 46 Gemeindebriefe). Wenn Sie fünfmal im Jahr diesen Verteilerdienst übernehmen können, melden Sie sich bitte im Gemeindebüro Tel. 4760 oder per E-Mail unter Gemeindebrief@ev-kircherheinbach.de.

Regenbogensonntag

1604-Regenbogengottesdienst

Am 17. April 2016 feiern wir wieder Regenbogensonntag um 10.00 Uhr in der Evangelischen Gnadenkirche, Ramershovener Straße.
Das Thema lautet „Bei Gott geborgen für alle Zeit!“
Es wird ein bunter Gottesdienst rund um die Taufe werden. Erwachsene und Kinder werden über die Taufe nachdenken und sich an ihre Taufe erinnern. Die Kinder dürfen ihre Taufkerzen mitbringen. Diese werden im Gottesdienst noch einmal angezündet.
„Regenbogensonntag“ ist ein besonderer Gottesdienst, den wir nun schon zum fünften Mal feiern – bunt und schillernd wie ein Regenbogen – und in dem alle Altersgruppen angesprochen werden.
Anschließend an den Gottesdienst – gegen 12.00 – sind alle zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Anmeldung erbeten.
Das Regenbogenteam freut sich auf eine bunte Gemeinde.

Predigt Karfreitag

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes, des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder!

Jesus neigte das Haupt und verschied. – Aus! Kerzen aus, Altar abgeräumt, Ende, Aus, Schluss. Jedes Jahr dasselbe. Und jedes Jahr ist es schwer zu ertragen. Karfreitag ist schwer zu ertragen. Karfreitag ist unpopulär. Wäre es nicht leichter, diesen düsteren Tag einfach zu überspringen und schon mal zu Ostern überzugehen.
Aber das konnten die Jüngerinnen und Jünger Jesu auch nicht. Sie mussten Karfreitag ertragen, hilflos, ausgeliefert, aller Hoffnungen beraubt. Warum musste das geschehen? so fragten sie sich. Warum dieser Tod, dieses Scheitern, dieses jähe Ende aller Hoffnungen und Träume? Was hatte Ihr Leben jetzt noch für einen Sinn? Was gab es für sie noch zu erwarten? Dieser Tod macht für sie einfach keinen Sinn. Er macht sie mutlos, sprachlos, lässt sie erstarren. Ihre Sprache haben sie erst langsam nach Ostern wiedergefunden. Erst im Licht der Auferstehung wird das Kreuz für sie überhaupt deutungswürdig. Sonst wäre es einfach das grausame Ende eines Gescheiterten gewesen. – Und genau das müssen Sie zunächst einmal aushalten.
Sie haben Antworten gesucht, Erklärungen für das, was Ihnen so fraglich erschien. Auch Paulus versucht einige Jahre später immer wieder seinen Gemeinden den Tod Jesu zu erklären. Nein, er hat nicht mit der Enttäuschung des Karfreitags zu kämpfen. Für ihn gab es das Kreuz nie ohne die Auferstehung, Karfreitag nie ohne Ostern. Aber ein ohnmächtiger Gott am Kreuz, das war für Juden wie für Griechen eine Zumutung. Für die einen ist der Tod Jesu ein Skandal – Gott am Kreuz, das geht doch nicht – heißt es doch in der Thora: Verflucht ist, wer am Kreuze hängt! – Für die anderen ist er eine Torheit – wie kann man sein Leben nur an so einen Gescheiterten hängen!
Für Paulus aber ist das Kreuz eine Gotteskraft. Sein Glaube ist ohne das Kreuz gar nicht denkbar.

Hören wir Worte aus dem 2. Korintherbrief
17 Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.
18 Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat.
19 Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung zur Verkündigung anvertraute.
20 Wir sind also Gesandte an Christi statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen! Lasst euch versöhnen mit Gott!

Das ist die große Einladung, die für Paulus vom Kreuz Jesu Christi ausgeht. Nehmt diese Einladung an und sagt sie weiter. Das ist die eigentliche Aufgabe jedes Predigers, ja eigentlich jedes Christen: Die Versöhnung zu predigen. Das hat Gott uns anvertraut und zugetraut. Und alles kirchliche und gemeindliche Handeln und Reden hat letztlich nur der Verbreitung dieser Einladung zu dienen: Lasst euch versöhnen mit Gott.
Versöhnung, das ist ein großes Wort. Versöhnung, das bedeutet: Da wird etwas wiederhergestellt – eine abgebrochene, abgerissene Beziehung, da macht einer Frieden mit dem anderen und vielleicht auch mit seiner eigenen Vergangenheit. Versöhnung ist dann nötig, wenn etwas zerbrochen ist, aus dem Ruder gelaufen ist, vielleicht auch abgebrochen ist; eine Beziehungen, eine Freundschaft. Wenn einer mit dem anderen fertig ist. Wenn Worte gefallen sind, die verletzt haben und die wir nicht mehr zurück nehmen können.
Manchmal sehne ich mich nach Versöhnung. Aber soll ich den ersten Schritt tun? Was, wenn ich verletzt und zurückgewiesen werde, wenn der alte Streit wieder von vorne anfängt? Versöhnung ist ein schwieriges Geschäft und erfordert Mut – und auch die Bereitschaft, noch einmal genau hinzuschauen, auch auf das eigene Versagen. Zur wirklichen Versöhnung gehört die Konfrontation mit dem, was geschehen ist. Wir müssen die zugefügten Verletzungen voreinander aussprechen, vielleicht um sie erst einmal überhaupt wahrzunehmen, um zu wissen, was wir einander angetan haben. Das ist manchmal schmerzlich und nur schwer auszuhalten. Aber nur dann kann am Ende stehen: Wir fangen gemeinsam neu an.
Was gewesen ist, ist bereinigt. Wenn das gelingt, dann ist das wie eine Befreiung von einer schweren Last, die ich vielleicht über Jahre mit mir herumgeschleppt habe.
Versöhnung ist ein schwieriges Geschäft. Gott bietet uns Versöhnung an. Versöhnung mit Gott – aber warum? Also für mich hätte er das nicht machen müssen, mögen vielleicht manche Zeitgenossen sagen. Versöhnung mit Gott – na so schlimm bin ich nun auch wieder nicht. Klar, man macht mal den ein oder anderen Fehler, aber im Großen und Ganzen bin ich doch ganz o.k. Gott kann doch eigentlich ganz zufrieden mit mir sein. Und wenn nicht, dann muss das kein anderer für mich richten – schon gar nicht am Kreuz. Wär ja noch schöner. Dann muss ich das schon selbst hinkriegen.
Aber ist das nicht eine Illusion. Lügen wir uns da nicht etwas in die Tasche. Wenn wir uns in unserer Welt umschauen, dann müssen wir doch zugeben: Wir leben in einer unversöhnten Welt – und es gibt nichts, was wir so nötig hätten wie Versöhnung. Allein die schrecklichen Ereignisse der letzten Woche führen uns das schmerzlich vor Augen: Terror und Gewalt, Ohnmacht und Ausgeliefertsein, Schuld und Versäumnisse – und immer wieder die große Versuchung, wegzuschauen, sich das Leiden vom Leibe zu halten.
Aber hat das etwas mit unserer Unversöhntheit zu tun? Der Reformator Johannes Calvin hat einmal gesagt: Dass der Mensch wie Gott sein will und dass er immer wieder Götzen schafft, ist die zentrale Sünde, das zentrale Problem.
Es ist unser Eigensinn, der Gott nicht Gott sein lassen will, sondern meint alles selbst im Griff zu haben und sich selbst zum Gott macht. Es ist die Eigenmächtigkeit, die Gottes Willen zu kennen meint und diesen um jeden Preis durchsetzen will, notfalls mit Gewalt. Es ist die Verbohrtheit, die Gottes Reich auf Erden erzwingen will und Gott ins Handwerk pfuschen. Wir neigen dazu, uns selbst und unser Leben zum Maß aller Dinge zu machen und beurteilen, bewerten und benutzen die anderen nach diesem Maß. Wir machen uns selbst immer wieder neue Götzen – sie mögen Erfolg oder Ansehen, Reichtum oder Macht, Ruhe oder Sicherheit heißen – und opfern dann so manches und so manchen, um diesen Götzen zu huldigen.Und wenn einer uns in unserer Eigenmächtigkeit beschneidet, dann antworten wir gerne auch mal mit Gewalt – zumindest in Gedanken oder Worten, bisweilen auch in Taten.
Lasst euch versöhnen mit Gott. Das heißt: Hört auf, mit Gott zu konkurrieren, zu versuchen ihm gleich zu sein, euch selbst oder Dinge zu vergotten. Hinterfragt eure Götzenbilder, richtet euer Leben neu aus. Aber Versöhnung ist ein schwieriges Geschäft. Gott weiß das – und deshalb nimmt er das selbst in die Hand. – Und er macht sich Mühe damit. Das geschieht im Übrigen nicht erst am Kreuz. Es beginnt schon an Weihnachten. Gott kommt selbst zu uns in seinem Sohn Jesus Christus. Er begegnet uns mit seiner Liebe und lädt uns ein, unser Leben neu an seiner Liebe auszurichten. Da, wo sein Sohn Menschen begegnet, da geschieht das, was Paulus beschreibt mit den Worten: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. – da werden Menschen neu, bekommen neue Lebensmöglichkeiten. Da wird Leben neu. Gott nimmt unser Leben an, erlebt und erleidet es in Jesus Christus. Sein Weg der bedingungslosen und konsequenten Liebe bringt ihn schließlich ans Kreuz. In seiner grenzenlosen Liebe gibt sich Gott selbst hin. Er liefert sich allem menschlichen Versagen, all unseren Fehlern, unserer Unfähigkeit und unserer Schuld aus. Er erträgt alles, was Menschen bis heute einander antun – Verrat und Verleugnung, Verurteilung und Verspottung, Gewalt und Hass, Gleichgültigkeit und Feigheit, Härte und Lieblosigkeit.
Am Kreuz leidet Gott selbst. – Und er erträgt es. Er zieht sich nicht raus. Er hält aus bis zuletzt. Deshalb dürfen wir sicher sein: Er ist an der Seite der Leidenden. Er hält mit uns aus. Nein, er rettet nicht aus dem Leiden, reißt nicht einfach heraus, wie wir es manchmal wünschen, aber er bleibt im Leiden an unserer Seite. Gott erträgt das Leiden am Kreuz bis zum Ende. Er sinnt nicht auf Rache. Er fordert nicht Genugtuung. Er zieht die Ohnmacht der Allmacht vor. Lässt sich lieber ans Kreuz schlagen, als andere zu kreuzigen. Opfert sich selbst auf, statt von anderen Opfer zu verlangen. Er rechnet selbst seinen Peinigern ihre Sünden nicht zu, sondern erträgt ihre Vergehen gegen ihn geduldig. Er nimmt all das mit in den Tod, um es durch seinen Tod und seine Auferstehung zu überwinden.
So schafft Gott selbst Versöhnung. Er schafft, was wir nicht schaffen können. Er stellt die zerbrochene Beziehung wieder her, richtet unser Leben neu aus – wenn wir uns einlassen auf seine Einladung: Lass dich versöhnen mit Gott!

Wenn du willst, kann dich von jetzt an nichts mehr von der Liebe Gottes trennen und du wirst frei von Allmachtsfantasien, frei von dem Zwang, dich unsterblich zu machen, frei von selbstgemachten Götzen, denen es zu huldigen gilt, frei vom Geltungsstreben auf Kosten anderer und auch von dem unbarmherzigen Urteilen über andere. Du kannst dir eingestehen und anderen zugestehen, fehlbar und sterblich zu sein. Wer sich versöhnen lässt, wird selbst frei zur Versöhnung. Gott macht den ersten Schritt – und er macht es uns vor. Aber Versöhnung – selbst mit den Feinden, mit den Menschenverachtern, die Angst und Terror verbreiten? Ist das nicht zu viel verlangt? Ja, das ist viel verlangt, vielleicht zu viel für uns. Aber Jesus hat am Kreuz nicht gesagt: Versöhnung mit der ganzen Welt mit ihren Abgründen und Dunkelheiten – das ist zu viel verlangt! Aber er hat auch keine billige Versöhnung gebracht. Kein schlichtes Schwamm drüber. Seine Versöhnung gibt keinem Menschen das Recht zu töten und die Würde anderer zu missachten. Aber sie steht da – als immerwährendes Angebot, das Leben neu auszurichten. Sie nagelt keinen für alle Zeiten fest. Sie mahnt uns in all unserem Tun und Bemühen, die Möglichkeit der Versöhnung und des Friedens nicht aus den Augen zu verlieren, uns für Versöhnung und Frieden einzusetzen. Sie hält die Hoffnung wach, dass nicht Terror und Gewalt das letzte Wort haben, sondern dass am Ende Liebe, Frieden und Versöhnung siegen werden. So wie auch nicht das Kreuz das letzte Wort über das Leben Jesu hatte, sondern die Auferstehung, das neue Leben.
Darum: Halten wir heute den Blick auf unsere unversöhnte Welt aus, vertrauen wir sie dem an, der in Jesus Christus die Welt bereits mit sich versöhnt hat und nehmen wir sein Angebot an:
Lasst euch versöhnen mit Gott. Amen.

Und der Friede Gottes, des höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Gudrun Schlösser

Frühstückscafé

Nächsten Donnerstag, am 07.04.2016, findet wieder das monatliche Frühstückscafé für Senioren und Seniorinnen zwischen 65 und 75 Jahren im Gemeindehaus statt! Von 09.00 – 11.00 Uhr sind Sie alle herzlich eingeladen, zusammen zu frühstücken, zusammen zu reden und sich an der Gemeinschaft miteinander zu erfreuen! Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen!

Gesprächskreis „Ethik in der Gegenwart“

Leben in der modernen Welt fordert immer wieder grundlegende Entscheidungen von uns: Wie sollen wir verantwortlich leben, was ist „richtig“? Wieviel Freiheit nehmen wir uns, welche Grenzen lassen wir uns von der Gemeinschaft setzen? Wie lässt sich nachvollziehbar begründen, was mich in meinem Verhalten binden darf? Der Sozialethiker Marc Jean Löwenstein und Pfr. Römheld bieten im Frühjahr gemeinsam einen Gesprächskreis an, der diesen ethischen Fragen nachgeht.
Inspirieren lassen wir uns in unserem Gespräch von Wolfgang Huber: Ethik. Die Grundfragen unseres Lebens von der Geburt bis zum Tod. München: Beck 2013, 2. Auflage 2015.
Wir laden zu folgenden Abenden herzlich ein, jeweils 20.00 Uhr im Gemeindehaus Gnadenkirche, Ramershovener Straße 6:
14.04.16 Hat die Familie Zukunft?
28.04.16 Gibt es eine Schwangerschaft auf Probe?
12.05.16 Wollen wir den perfekten Menschen?
19.05.16 Wie wird man ein Weltbürger?
02.06.16 Was ist der Zweck der Wirtschaft?
16.06.16 Dürfen wir alles, was wir können?
30.06.16 Wie viel Verschiedenheit halten wir aus?