Chronik

Vorwort

Das Werk erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte jemand wissen, dass etwas, was hier geschildert wird, anders verlaufen ist, bitten wir, uns eine Berichtigung zuzusenden. Auch wären wir dankbar für weitere ergänzende Hinweise und Berichte aus der Geschichte unserer Gemeinde, damit dieses Wissen erhalten bleiben kann und hilft, die Generationen zu verbinden.

Rheinbach, im Juli 1998

Für das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde

Manfred Kohlosser

Für diese Seite wurde der ursprüngliche Text ergänzt und aufbereitet.

Thomas Arend

Zur Vorgeschichte

Das linksrheinische Gebiet ist bis zum Ende des 2. Weltkrieges für die evangelische Kirche größte Diaspora (d. h. Zerstreuung). Es wohnen nur wenige Evangelische hier; sie haben meist einen weiten und beschwerlichen Weg zu ihrer nächsten Kirche und den Pfarrern. Die evangelischen Gemeindeglieder in Rheinbach werden von Flamersheim oder Euskirchen betreut; um 1900 sind es etwa 25. Nach den spärlichen zur Verfügung stehenden Quellen gibt sich in etwa folgendes Bild: Die ersten evangelischen Christen in dieser Gegend werden schon 1540 erwähnt und zwar in Flamersheim – wo noch heute eine der ältesten linksrheinischen evangelischen Kirchen steht – und in Groß-Büllesheim, dann folgen Bad Münstereifel und Euskirchen. Im Gebiet, das von der weltlichen Herrschaft der Herren in Jülich betreut wurde, kann die Reformation früh Fuß fassen. Die Adelsfamilie von Quadt wird früh evangelisch und gewährt den Evangelischen nach Kräften Schutz und Zuflucht. Gottesdienste finden in der jeweiligen Burg statt. Luther von Quadt-Landskron (1519 – 1586/87) erbt von seinem Vater die jülich`sche Herrschaft Tomburg mit Landskron, das kurkölnische Miel und die Gemeinherrschaft Oberwinter. Er heiratet Sophie von Palandt und erhält dadurch auch die sich im Besitz der Familie Palandt befindliche Burg Flamersheim. Groß-Büllesheim im Jülicher Amt Euskirchen kam um 1570 in den Besitz der Grafen von Quadt-Wickrath und damit zu reformiertem Schloßgottesdienst. In der Zeit der Gegenreformation geraten die evangelischen Gemeinden aber unter erheblichen Druck und die ev. Pfarrer wurden abgesetzt.Spätestens ab 1590 gibt es aber dann trotzdem reformierten Gottesdienst auf Burg Wachendorf (bei Bad Münstereifel) bei den Freiherren von Palandt. Die Burg Groß-Büllesheim kommt 1719 in katholischen Besitz und geht den Evangelischen als Gottesdienstort verloren. 1759 beginnt der letzte Kirchbau in unserem Gebiet in vorpreußischerZeit in Flamersheim, dabei gibt es einen langdauernden Streit über den Turm, der dadurch erst 1879/1880 fertiggestellt wurde.

Die französische Revolution und ihre Folgen bringen im Rheinland mit der Einführung des Code Napoleon nicht nur die bürgerliche Eheschließung sondern den Evangelischen auch bürgerliche Gleichberechtigung und Gottesdienstfreiheit. Nach der Einverleibung des linken Rheinufers durch Frankreich werden die kleinen reformierten Gemeinden als Konsistorialkirchen zu je 6000 Mitgliedern zusammengefasst. Flamersheim kommt ebenso wie Oberwinter und Remagen zur Konsistorialkirche Kreuznach im Rhein-Mosel-Departement. Nach dem Wiener Kongress erbaut.

Die Evangelische Kirchengemeinde in Rheinbach

Chronik und Berichte

Liebe Gemeindemitglieder und Freunde der evangelischen Kirchengemeinde Rheinbach, aus Anlass des 700-jährigen Jubiläums der Verleihung der Stadtrechte an die Stadt Rheinbach wurde im Spätsommer des Jahres 1998 im Gemeindezentrum in der Ramershovener Straße eine Ausstellung zusammengetragen, die der Geschichte der Ev. Kirchengemeinde Rheinbach gewidmet war. Das gab Anlass, sich auf die Anfänge evangelischen Lebens in der Region zurückzubesinnen und die geschichtliche Entwicklung der Entstehung unserer Gemeinde in diesem Heft zusammenzufassen. Es ist höchst interessant, was das Stöbern im Archiv der Kirchengemeinde alles ans Licht gebracht hat. Und es macht Spaß, sich auf die Spurensuche zu begeben. So haben nicht Pfarrer oder Presbyter der seinerzeit bestehenden Kirchengemeinde Flamersheim, zu der auch das Rheinbacher Gebiet gehörte, sondern ca. 20 Heimatvertriebene 1950 den ersten Antrag auf Errichtung einer selbständigen Gemeinde Rheinbach bei der Landeskirche gestellt. Oder: Warum ist eigentlich inmitten des von reformierten (calvinistischen) Traditionen bestimmten Rheinlandes hier in Rheinbach eine lutherische Gemeinde entstanden? Ganz einfach: Die Gründung unserer Gemeinde ist eine direkte Folge des II. Weltkrieges mit Flucht und Vertreibung evangelischer Christen aus den Ostgebieten. Insbesondere Menschen aus Pommern und Ostpreußen, die lutherisch geprägt waren, haben sich hier in Rheinbach wieder angesiedelt. Oder: Warum haben wir als große Gemeinde mit zwei riesigen Pfarrbezirken und mittlerweile 5200 Gemeindegliedern nur ein Gemeindezentrum? − Wer nachvollzieht, mit welchen Mühen man seinerzeit dieses Gemeindezentrum hier sieben Jahre lang gebaut hat − und es wurden Bausteine für sage und schreibe 1,– DM verkauft -, der versteht, dass alle Gemeindeglieder, gleich wo sie wohnten und wohnen, dieses eine Zentrum hier als ihr Zentrum schätzen und beibehalten wollen. Oder: Warum ist es ein Anliegen der Kirchengemeinde, die Justizvollzugsanstalt als Arbeitsfeld wahrzunehmen? Nun, in der Anstaltskirche hat 1914 das gottesdienstliche Leben evangelischer Christen in Rheinbach seinen Anfang genommen.

An dieser Stelle sei auch allen herzlich gedankt, die sich anlässlich der Ausstellung mit auf die Suche nach Zeitzeugen und Text- und Fotomaterial gemacht haben. Es ist eine wunderschöne Vielfalt zustande gekommen, ein Spiegel unseres Gemeindelebens in Geschichte und Gegenwart, offen auf die Zukunft hin. Diese Zusammenstellung soll allen Interessierten als Informationsquelle und Nachschlagewerk dienen. Als Quellen für die hier verwendeten Namen und Daten diente das Gemeindebuch, Teil Iml;lt Preußen die Rheinprovinz und 1816 werden die Bezirksregierungen gebildet und auch die kirchlichen Verhältnisse neu geordnet.1816 – 1826 liegt die Aufsicht über die ev. Gemeinden beim Konsistorium in Köln, dann in Koblenz. In diese Zeit fällt auch die Vereinigung der Lutheraner und Reformierten zu einer unierten evangelischen Kirche. Mit der Kirchenordnung vom 5.3.1835 erhält die evangelische Kirche dann ihre presbyterial-synodale Verfassung.

Nach den Anfängen einer Gemeindebildung im 17. Jh. und deren Unterdrückung vor allem durch Jesuiten gibt es in Euskirchen erst seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts wieder ev. Gottesdienst. Euskirchen gewinnt durch den Bau der Bahnlinie nach 1870 an Bedeutung. Zuziehende ev. Beamte von Bahn und Post vergrößern die Gemeinde, während die Muttergemeinde Groß-Büllesheim um die Mitte des 19. Jh. auf nur noch 15Gemeindeglieder geschmolzen ist. Am 21.1.1876 wird der Kirchenort von Groß-Büllesheim nach Euskirchen verlegt, da dort nun etwa 120 der insgesamt 180 Gemeindeglieder leben. 1891 kauft die Gemeinde ein Grundstück an der Kölner Straße in Euskirchen für den Bau einer Kirche und eines Pfarrhauses. Am 28.11.1895 wird die evangelische Kirche in Euskirchen eingeweiht. In demselben Jahr wird auch der Pfarrsitz von Flamersheim nach Euskirchen verlegt. Flamersheim bleibt aber bis 1953 mit Euskirchen pfarramtlich verbunden.

Erstes evangelisches Gemeindeleben in Rheinbach

1914 In den Jahren 1912 bis 1914 wird vom preußischen Staat in Rheinbach eine Strafanstalt errichtet. Dadurch ziehen auch neben den Bediensteten anderer Verwaltungsdienststellen wie Kreisverwaltung (Landratsamt), Amtsgericht und Finanzamt weitere evangelische Beamte mit ihren Familien nach Rheinbach. Als erster in Rheinbach ansässiger evangelischer Pfarrer nimmt im April 1914 Pfarrer Echternach dort seinen Dienst auf, den er auch auf die in Rheinbach wohnenden Gemeindeglieder ausdehnt. Es entsteht zum ersten Mal Gemeindeleben mit Gottesdiensten in der Kapelle der Strafanstalt, Sonntagsschule für Kinder in Privatwohnungen und ein Singkreis. Die Konfirmanden fahren aber weiterhin zum Unterricht und zur Konfirmation nach Euskirchen oder Flamersheim. Pfarrer Echternach wirkt 18 Jahre in Rheinbach.

1921 Erste Konfirmation in Rheinbach in der Turnhalle des Lyzeums.

1932 Pfarrer Hanstein aus Brandenburg wird Nachfolger von Pfarrer Echternach. Zu dieser Zeit leben etwa 120 Evangelische in Rheinbach.

1934 Erster Rheinbacher Presbyter im Presbyterium der Kirchengemeinde Flamersheim ist Dr. Ulrich, Direktor der Landwirtschaftliche Winterschule in Rheinbach. Der in Rheinbach wohnende Karl Kuck wird zum Kirchmeister des Flamersheimer Presbyteriums gewählt, das auch für Rheinbach zuständig ist. Er wird gleichzeitig zum Rendanten bestellt. Die Gemeinde Flamersheim wird damals von dem Euskirchener Gemeindepfarrer Hermann Strakerjahn mitbetreut, der in Euskirchen von 1921 bis 1955 seinen Dienst versah.

1942 Pfarrer Hanstein stirbt im Alter von erst 57 Jahren. Einquartierte Pfarrer und Wehrmachtspfarrer bemühen sich, den sonntäglichen Gottesdienst aufrecht zu erhalten, der in Schulklassen, Turnhallen oder anderen Räumen abgehalten wird.

1945 Das Kriegsende, Vertreibung und Flucht bringen den Zuzug von vielen evangelischen Christen aus den Ostgebieten nach Rheinbach und in die umliegenden Dörfer. Sie haben alle Beistand und Hilfe nötig. Es gibt aber in Rheinbach weder einen Gemeindepfarrer noch einen gemeindeeigenen Raum. Deshalb beschließt das Presbyterium von Flamersheim, beim Landeskirchenamt in Düsseldorf einen eigenen Ortspfarrer für den Pfarrbezirk Rheinbach zu erbitten.

1947 Pfarrer Kurt Melzer (geb. am 23.11.1899 in Treuburg/Ostpr.) wird im Herbst 1947 die seelsorgerliche Betreuung in Rheinbach übertragen. Das ist für ihn keine leichte Aufgabe, denn er hat im Krieg seinen rechtem Arm verloren. Er wohnt in einem Zimmer in einem teilweise zerbombten Haus in der Bahnhofstraße und fährt per Rad bis in die zur Gemeinde gehörenden Dörfer um zu beraten und zu trösten. Allmählich findet sich sonntags eine wachsende Schar zum Gottesdienst zusammen, und die Raumfrage in dem stark zerstörten Rheinbach wird zum Problem. Dankbar wird das Angebot der katholischen Gemeinde angenommen, im Kellergeschoss der stark beschädigten St. Martinskirche und später in der notdürftig wiederhergestellten Kapelle der Pallottiner die Gottesdienste abzuhalten.Kirchmeister K. Kuck wird 1945 in den Synodalvorstand des Kirchenkreises Bonn gewählt und nutzt dort die Möglichkeit, auf die Sorgen und Nöte in Rheinbach aufmerksam zu machen.

1949 Rheinbach wird eine von amerikanischen Gemeinden gestiftete und von Prof. Bartning entworfene Holzkirche (sog. Notkirche) mit 200 Sitzplätzen zugesprochen. Die Stadt Rheinbach stellt dafür das Grundstück am Bungert (früher Burgstraße) hinter dem Hexenturm in Erbpacht zur Verfügung; die Gemeinde sorgt für das Fundament. Am 11.12.1949 wird die Einweihungsfeier im Beisein von Präses Dr. Held gehalten. In dieser Kirche mit ihrer abtrennbaren Altarnische werden fortan die Gottesdienste gefeiert, und man kommt zu Gemeindetreffen zusammen. Pfarrer Kurt Melzer kann leider nur kurz in ihr wirken. Am 8.5.1950 erliegt er einem Hirntumor.

1950 Pfingsten 1950 hält Pfarrer Gerhard Hoffmann (geb. am 30.12.1899 in Thorn/Westpreußen) seine Antrittspredigt in Rheinbach als Pfarramtsverweser und bezieht mit seiner Familie das neue Pfarrhaus. Er setzt unermüdlich seine ganze Schaffenskraft für den weiteren Ausbau der Gemeinde ein.

Die Kirchengemeinde Rheinbach wird selbständig

1951 Den ersten Antrag auf Errichtung einer selbständigen Gemeinde Rheinbach hatten bereits 1950 ca. 20 Heimatvertriebene bei der Landeskirche gestellt. Im März 1951 beschließt das Presbyterium der Gemeinde Flamersheim, den zum Landkreis Bonn gehörenden Teil der Kirchengemeinde Flamersheim mit den Bürgermeistereien Rheinbach, Meckenheim und Ludendorf aus der Kirchengemeinde auszugliedern und eine selbständige Kirchengemeinde Rheinbach zu errichten unter gleichzeitiger Errichtung einer Pfarrstelle in dieser Gemeinde mit dem Sitz in Rheinbach. Der Synodalvorstand der Kreissynode Bonn beschließt entsprechendes. Zum 1.7.1951 wird die Gemeinde in Rheinbach von der Landeskirche zur selbständigen Kirchen-gemeinde erklärt. Mehr als 30 Ortschaften gehören zur Gemeinde: von Hilberath im Süden bis Buschhoven im Norden, von Odendorf im Westen bis Meckenheim im Osten. Sie umfaßt also auch das Gebiet der heutigen Gemeinde Meckenheim und weite Teile der heutigen Gemeinden Swisttal und Wachtberg (Die sehr alte Gemeinde Flamersheim reichte von Bad Münstereifel bis Fritzdorf!) Mit eigenem Presbyterium können nun die Geschicke vor Ort in die Hand genommen werden. Es entwickelt sich ein reges Gemeindeleben mit Gottesdiensten, Kirchenchor, Jugendkreis und Pfadfindertreffen.

1952 Am 13.4.1952 wird Pfarrer Hoffmann als erster Pfarrer der ev. Gemeinde Rheinbach eingeführt. Ein Vorbereitungsausschuss für die Wahl des ersten Rheinbacher Presbyteriums wird gebildet, und am 27.5.1952 wird das Presbyterium (6 Presbyter) gewählt: Pfarrer G. Hoffmann (Vorsitzender), Willy Brust, Oberinspektor aus Meckenheim, (Synodaler ab 25.8.1953), Gerhard Falkenthal, Emma Kammler, kfm. Leiterin aus Altendorf, Karl Kuck (Kirchmeister und Synodaler bis 24.8.1953), Fritz Pack, Max Pieper, Landwirt.

1954 Kauf eines 9500 m² großen Grundstückes mit der alten „Villa Maria“ an der Ramershovener Straße/Ecke Koblenzer Straße in Rheinbach zum Preis von DM 65.000,00 von Fam. Gerhartz (Erbengemeinschaft). Kauf eines 5000 m² großen Grundstückes in Meckenheim von der Stadt.

1956 Am 3.4.1956 erfolgt die Presbyteriumswahl (jetzt 8 Presbyter). Pfarrer Hoffmann (Vors.) Willy Brust, Gerhard Falkenthal (bis 18.9.1957, heiratete Wwe. Helga Melzer und wanderte nach Irland aus), Emma Kammler, Karl Kuck, Georg Nass, Lehrer aus Odendorf, Fritz Pack, Max Pieper. Irmgard Hübner beendete ihre Katechetenausbildung und ist ab 1.9.1956 viele Jahre in der Jugendarbeit und im Religionsunterricht im Einsatz. Georg Nass, ein aus Schlesien heimatvertriebener Lehrer, der jetzt in Odendorfwohnt, wird Nachfolger von Herrn Kuck als Kirchmeister ab 7.8.1956.

1960 Am 19.4.1960 erfolgt die Wahl des Presbyteriums. Pfarrer Hoffmann (Vors.), Willy Brust, (Baukirchmeister), Dr. Harald Haendler aus Lüftelberg, Karl Kuck, Georg Nass (Kirchmeister bis 22.1.1963), Leonhardt Niephaus, Dr. Ulrich Raitelhuber, Tierarzt, (Kirchmeister ab 23.1.1963), Franz Scheil, Landwirt aus Morenhoven. Von Konrektor Rolf Martin (mit Lehrerin Buch und Lehrer Hoffmann) wird in dem zuvor von der evangelischen Kirchengemeinde Rheinbach von der Fam. Gerhartz erworbenen ehemaligen Sanatorium „Villa Maria“ an der Ramershovener Straße eine evangelische Volksschule aufgebaut (106 Anmeldungen). Durch den Zuzug von Beamten und Angestellten der verschiedenen Ministerien und von Soldaten ist die Zahl der Gemeindeglieder auf über 4100 angewachsen, wovon ein Großteil im Raum Meckenheim wohnt. Das Presbyterium beschließt deshalb, in Meckenheim eine eigene Kirche zu bauen. Am 6.10.1957 wird der Grundstein gelegt und am 18.9.1960 kann die Kirche in Meckenheim eingeweiht werden. Pastor Reinhardt wird am 29.5.1960 in Rheinbach ordiniert und übernimmt die Betreuung der Meckenheimer Gemeinde. Am 1.11.1961 übernimmt Pfarrer Jochen Siebel diese Pfarrstelle. Auch nach der Teilung der Gemeinde kann die kleine Holzkirche (ca. 200 Plätze) die Gottesdienstbesucher nicht mehr fassen. An Festtagen steht oft die Hälfte der Gottesdienstbesucher vor der Tür. So wird 1960 beschlossen, auch für Rheinbach ein neues Gemeindezentrum an der Ramershovener Straße zu bauen. Prof. Vogel aus Trier macht den Entwurf und Architekt Thon aus Bonn übernimmt die Bauleitung.

1962 Am 21.1.1962 erfolgt der 1. Spatenstich für das Gemeindezentrum an der Ramershovener Straße.

1963 Die evangelische Kirchengemeinde Meckenheim wird mit rd. 1900 Gemeindegliedern selbständig. In der Rheinbacher Gemeinde verbleiben rund 2100 Gemeindeglieder. Das Rheinbacher Gemeindegebiet umfasst neben der Kernstadt auch die Höhenorte Queckenberg. Loch, Sürst, Hardt, Eichen, Berscheidt, Neukirchen, Irlenbusch, Merzbach, Schlebach, Scherbach, Todenfeld und Hilberath, sowie die Niederungsorte Ramershoven, Peppenhoven, Oberdrees, Niederdrees, Odendorf, Ludendorf, Essig, Ollheim, Miel und Hohn (Flerzheim und Wormersdorf kamen zur Gemeinde Meckenheim). Durch die Teilung der Gemeinden scheiden die Meckenheimer Presbyter (Brust, Dr. Haendler, Herr und Scheil) aus dem Presbyterium aus. Das Rheinbacher Presbyterium wird nicht neu gewählt sondern bis zur Neuwahl in 1964 wird ein Bevollmächtigtenausschuss berufen. Herr Dr. Raitelhuber wird zum Kirchmeister berufen.

1964 Die Presbyteriumswahl bringt folgende Besetzung: Pfarrer Hoffmann (Vors.), Wilhelm Böttcher, Landwirt, Fritz Gehl (verzogen nach Bad Salzuflen, Nachfolger wird H. J. Meyer), Horst Kayser (bis 1967, Nachfolger wird Wolf von Loeben), Rudolf Langer, Christa Müller, Leonhardt Niephaus (bis 1967, Nachfolgerin wird Margret Theile), Dr. Ulrich Raitelhuber (Kirchmeister), Kurt Rohde aus Oberdrees. Mit dem Bau des evangelischen Altenheimes an Stelle der „Villa Maria“ wird begonnen. Die Bauleitung hat Architekt Groß aus Kirchheim. Zuvor ist am14.5.1963 der Verein Evangelisches Altenheim e. V. gegründet worden.

1966 Am 1.7.1966 wird das evangelische Altenheim an der Ramershovener Straße bezogen. Es hat 84 Plätze und eine kleine Pflegestation. Die Trägerschaft hat der „Verein ev. Altenheim Rheinbach e. V.“, die Leitung hat Schwester Christa Stötzer.

Die Gemeinde ist mittlerweile wieder auf mehr als 4000 Glieder angewachsen und es werden Überlegungen angestellt für die Einrichtung einer zweiten Pfarrstelle in Rheinbach.

1968 Die Presbyteriumswahl am 17.3.1968 bringt folgende Besetzung: Pfarrer Hoffmann (Vors.), Margot Becker, Dr. Hans-Joachim Duncker (bis 1970, Nachfolger wird Reinhard Hein aus Oberdrees), Wolf von Loeben (bis Jan. 1971, Nachfolger wird Gerhard Heiwolt), Hans-Jürgen Meyer, Christa Müller, Dr. Ulrich Raitelhuber (Kirchmeister), Kurt Rohde, Margret Theile (bis 1970, Nachfolger wird Dr. Friedrich Bruns aus Merzbach), Harald Wust aus Todenfeld (bis 1.10.1968, Nachfolger wird Rudi Leifer) Rudolf Langer. In Rheinbach wird eine zweite Pfarrstelle eingerichtet, in die am 4.10.1968 Pfarrer Hermann Federschmidt gewählt wird. Pfarrer Federschmidt (unten im Bild) übernimmt den Pfarrbezirk II, der Rheinbach-Süd und die Höhenorte umfasst. Pfarrer Hoffmanns Bereich bleibt Rheinbach-Nord mit den Niederungsdörfern. Der Kirchenkreis Bonn wird in 3 Kirchenkreise unterteilt, nämlich „Bonn“, „An Rhein und Sieg“ und „Bad Godesberg“. Rheinbach gehört zum Kirchenkreis Bad Godesberg.

1969 Im Januar 1969 erfolgt eine erste Kontaktaufnahme mit dem ökumenischen Ausschuss des Pfarrgemeinderates der Katholischen Kirchengemeinde St. Martin. Nach langen Diskussionen wird beschlossen, am 26. Januar 1969 der ersten Ökumenischen Gottesdienst in der ev. Notkirche zu feiern. Am 11.5.1969, Sonntag „Rogate“, wird das Gemeindezentrum an der Ramershovener Straße nach insgesamt 7 Jahren Bauzeit eingeweiht. Als Pfarrer Hoffmann die Abendmahlsgeräte aus der Holzkirche auf den steinernen Altar der Gnadenkirche stellt, ahnt niemand, dass dies seine letzte Amtshandlung war. Er stirbt am folgenden Sonntag, dem 18.5.1969 im 70. Lebensjahr.

Die ev. Kirchengemeinde Bertikow-Bietikow-Seelübbe in der Uckermark (DDR), Kirchenkreis Prenzlau wird mit dem Anteil Bietikow durch die Landeskirche der Gemeinde Rheinbach als Patengemeinde zugeteilt. Bei den regen Gemeindeaktivitäten reichen die räumlichen Kapazitäten des Gemeindezentrums an der Ramershovener Straße nicht mehr aus. Außerdem war der Ruf nach einem eigenen Kindergarten in der Gemeinde laut geworden. Die Gemeinde kauft ein Grundstück an der Brahmsstraße/Ecke Schumannstraße und die Stadt erwirbt bei Auflösung des Erbpachtvertrages das alte Gemeindezentrum am Bungert. Das sind die ersten Schritte hin auf ein 2. Gemeindezentrum in Rheinbach-Südwest.

1970 Als Nachfolger für Pfarrer Hoffmann wird am 30.11.1969 Pfarrer Lothar ten Brink (unten im Bild) gewählt. Er tritt seinen Dienst in Rheinbach am 1.3.1970 an. Im Swisttaler Bereich, insbesondere in Odendorf, nimmt der evangelische Bevölkerungsteil schnell zu. Als für Odendorf ein Bebauungsplan aufgestellt wird, erwirbt die Gemeinde vorausschauend ein Grundstück (1088 m²) am Schornbusch, um dort evtl. später ein Gemeindezentrum zu errichten.

1971 Im Herbst besuchen Pfarrer Federschmidt und seine Frau als erste Vertreter der ev. Kirchengemeinde Rheinbach die Patengemeinde Bertikow-Bietikow mit ihrem Pfarrer Wolfgang Müller

1972 Die Presbyteriumswahl bringt folgende Besetzung: Pfarrer Federschmidt (Vors.), Pfarrer ten Brink, Dr. Friedrich Bruns, Dr. Heinrich Dreßler, Reinhard Hein, Ulrich Hans Heinichen, Gerhard Heiwolt, Rudi Leifer, Hans-Jürgen Meyer, Dr. Ulrich Raitelhuber (Kirchmeister), Kurt Rohde, Irmgard Hübner (Mitarbeiterpresbyterin), Rudolf Langer (Mitarbeiterpresbyter).

1973 Am 1.3.1973 eröffnet die Gemeinde den zweigruppigen Kindergarten „Johannes Falk“ in dem städtischen Gebäude an der Schumannstraße 7 (der ehemaligen belgischen Schule). Die Leiterin ist Ursula Ludwig. Im April 1973 wird mit dem Bau des Gemeindezentrum Rheinbach-Südwest begonnen. Planung und Leitung liegen in den Händen von Architekt Spevacek aus Rheinbach.

1974 Am 11.10.1974 wird der Theodor-Fliedner-Kindergarten unter Leitung von Christa Tolksdorf eröffnet. Wenig später folgt die Eröffnung des Jugendheimes an der Brahmsstraße.

1976 Die Presbyteriumswahl bringt folgende Besetzung: Pfarrer ten Brink (Vors.), Pfarrer Federschmidt, Gertrud Beil (bis 3.4.1979, Nachfolger wird Heinz Andrée aus Irlenbusch), Paul Bier aus Essig (bis 12.3 1978, Nachfolger wird Helmut Eichen aus Odendorf), Dr. Friedrich Bruns, Dr. Heinrich Dreßler, Ulrich Hans Heinichen, Hans-Jürgen Meyer, Christa Müller, Dr. Hans-Jörg Platz aus Odendorf, Dr. Raitelhuber (Kirchmeister), Meike Thies-Schirmer (bis 7.11.1978, Nachfolgerin wird Susanne Lohse), Irmgard Hübner (Mitarbeiterpresbyterin), Rudolf Langer (Mitarbeiterpresbyter).

1978 Am 7.5.1978 wird die neue Oberlinger-Orgel mit einer geistlichen Abendmusik in der Gnadenkirche in Rheinbach eingeweiht. Als erster hauptamtlicher Küster nimmt Günter Kuhn seinen Dienst in der Gemeinde auf. Seit dem 15.8.1978 hat die Gemeinde einen Jugendleiter: Michael Veith. Die Arbeitsaufgaben sind verschiedener Art: Erteilen von Katechumenenunterricht, wöchentliche Schulandachten, Bibelkreis und insbesondere die Aktivierung der teiloffenen Jugendarbeit.

1979 Die ev. Kirchengemeinde Rheinbach erwirbt ein 3750 m² großes Grundstück in Odendorf Raiffeisenstraße/Ecke Bendenweg für ein künftiges Gemeindezentrum. Im November 1978 wird in Odendorf ein eingruppiger evangelischer Kindergarten eröffnet. Die Leitung hat Emilie Elsässer. Damit betreibt die ev. Kirchengemeinde nun neben dem dreigruppigen Theodor-Fliedner-Kindergarten und dem zweigruppigen Johannes-Falk-Kindergarten den dritten Kindergarten. Pfarrer Hermann Federschmidt, der seit Okt. 1968 mit großem Einsatz im Bezirk II tätig war, verläßt Rheinbach Ende 1979 und übernimmt die Pfarrstelle in Oberpleis/Stieldorf. Gemeindehelfer Michael Veith scheidet mit Ablauf des Jahres ebenfalls aus den Diensten der Gemeinde aus.

1980 Die Presbyteriumswahl am 9.3.1980 bringt folgende Besetzung: Pfarrer ten Brink (Vors.), Heinz Andrée (Kirchmeister ab 15.4.1980), Johann-Peter Bauer, Dr. Friedrich Bruns, Helmut Eichen aus Odendorf, Dr. Martin Fuchs, Ulrich Hans Heinichen (stv. Vors. und Diakonie-Kirchmeister) Susanne Lohse, Christa Müller (Frau Müller ist im Nov. 1983 verstorben, Nachfolger wird Dr. Dietmar Staschen), Dr. Hans-Jörg Platz aus Odendorf, Ingeborg Schmidt, Irmgard Hübner (Mitarb.)Günther Kuhn (Mitarb.).Das Presbyterium wählt Pfarrer Günter vom Hau, bisher Krankenseelsorger in Bad Godesberg, als Nachfolger von Pfarrer Federschmidt zum Pfarrer für den Bezirk II. Den Wahlgottesdienst am 16.3.1980 hält Superintendent Theo Brandt. Pfarrer vom Hau wird am 11.5.1980 feierlich in sein Amt eingeführt. Pfarrer Lothar ten Brink tritt am 1.5.1980 nach insgesamt 38 Dienstjahren in den Ruhestand und verabschiedet sich im Gottesdienst am 15.6.1980 aus seinem aktiven Pfarrdienst. Pfarrer ten Brink gehörte dem Kreissynodalvorstand als Synodalassessor (Vertreter des Superintendenten) an und war auf Kirchenkreisebene in verschiedenen Ausschüssen tätig, u. a. war er Vorsitzender des Kuratoriums des Diakonischen Werkes der Kirchenkreise Bonn und Bad Godesberg. Am Pfingstmontag, dem 8.6.1980 wird zum ersten Mal ein ökumenischer Gottesdienst im Wald an der Tomburg gefeiert. Zum 30.9.1980 tritt der Gemeindeamtsangestellte Rudolf Langer nach zehnjähriger Mitarbeit in den Ruhestand. Das Amt übernimmt bis auf weiteres Reinhard Hein aus Oberdrees.

1981 Zum 1.1.1981 wird Diakon Walter Viethen als Leiter der „Kleinen Offenen Tür“ in der Brahmsstraße eingestellt. Ab 16.3.1981 ist Ute Büchsenschütz aus Morenhoven als Kassenführerin auf dem Gemeindeamt tätig. Herr Hein scheidet zum 15.4.1981 aus. Ab 1.5.1981 wird Sieglinde Uphoff aus Buschhoven als Verwaltungsangestellte für das Gemeindeamt eingestellt. Pfarrer ten Brink stirbt am 8.5.1981. Dies trifft die Gemeinde schwer. Wenn auch aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, so hielt er doch weiterhin Gottesdienste, Bibelstunden, verrichtete Amtshandlungen und war Ratgeber und Begleiter. Zum 30.6.1981 scheidet Elisabeth Haase, die die Verwaltungsgeschäfte 6 Jahre lang führte, aus. Im Gottesdienst am 19.7.1981 wird Pfarrer Dr. Eberhard Kenntner (rechts im Bild) feierlich in sein neues Amt als Pfarrer des Bezirks I eingeführt. Den Gottesdienst hält Superintendent Theo Brandt. Pfarrer Dr. Kenntner war nach dreijähriger Tätigkeit als wiss. Assistent für Praktische Theologie an der Universität Bonn und Promotion zum Dr. theol. (Thema: Abendmahl mit Kindern) Vikar im Diakoniedorf Michaelshoven bei Köln, dann seit dem II. Theol. Examen im Frühjahr 1980 Pastor in Mechernich-Roggendorf, wo er eine große Diasporagemeinde betreute. Am 25.8.1981 werden Pfarrhaus und Küsterhaus an der Ramershovener Straße 16und 18 nach Fertigstellung der ev. Kirchengemeinde übergeben. Im September 1981 wird erstmalig eine Mitarbeitervertretung gebildet (Vertreter: Walter Viethen, Stv.: Organistin Leuchtmann und Kindergartenleiterin Schüle).Im Oktober 1981 schließt sich die ev. Gemeinde Rheinbach dem Rechenzentrum des Erzbistums Köln an, welches die Daten von den kommunalen Rechenzentren verarbeitete, und erhält nun Computerauszüge für die Gemeindegliederkartei.

1982 Die 24 Gemeinden des Kirchenkreises An Rhein und Sieg erhalten ein eigenes Verwaltungsamt. Teile des bisherigen Verwaltungsamtes an der Poppelsdorfer Allee in Bonn gehen nach Siegburg. Die ev. Gemeinden Meckenheim, Rheinbach, Flamersheim, Bad Münstereifel, Zülpich, Euskirchen vom Kirchenkreis Bad Godes-berg sowie Hersel und Bornheim vom Kirchenkreis Bonn bilden gemeinsam ein neues Ev. Verwaltungsamt. (1983 schließt sich auch die neue Gemeinde Swisttal an.) Die Tradition des Osternachtgottesdienstes wurde in den letzten Jahren auch in der ev. Kirche wiederentdeckt. Am 11.4.1982, dem Ostermorgen 1982 versammelt sich die Gemeinde um 5.30 Uhr in der noch dunklen Gnadenkirche. Nach Lesungen, die an die Nachtwachen erinnern, und dem österlichen Lobpreis, wird die Osterkerze entzündet und von ihr aus das Licht weitergegeben durch die Reihen, bis von mehreren hundert Osterkerzen die Kirche hell erstrahlt. Nachdem die Landeskirche die helle Amtstracht (weißer Talar, zu dem eine Stola in den Farben des Kirchen-jahres getragen werden kann) probeweise für 5 Jahre zugelassen und das Presbyterium sich positiv dafür ausgesprochen hatte, tragen im Gottesdienst zur Feier der Osternacht die Rheinbacher ev. Pfarrer erstmals einen weißen Talar. Die Gemeinde reagiert ganz überwiegend zustimmend. Nach dem Gottesdienst bleibt die Gemeinde noch zum gemeinsamen Osterfrühstück zusammen (Übrigens: Der schwarze Talar mit weißem Beffchen als offizielle Kleidung der protestantischen Pfarrer stammt nicht aus der Zeit Martin Luthers, sondern er wurde erst 1811 durch den preußischen König Friedrich Wilhelm III. eingeführt). Die Landessynode hatte durch Beschluß vom Jan. 1980 das Abendmahl mit getauften Kindern zugelassen, und es wird am 11.7.1982 erstmals mit den Katechumenen das Abendmahl gefeiert, nachdem bereits im April 1982 im Familiengottesdienst die Kinder nicht mehr ausgeschlossen waren. Zum 1.6.1982 scheidet die Leiterin des Kindergartens in Odendorf, Emilie Elsässer, auf eigenen Wunsch aus den Diensten der Gemeinde aus. Neue Leiterin wird Angelika Bernd. Am 1.12.1982 wird die Kleiderstube in der Schumannstraße 32a unter Leitung von Elisabeth Haase wiedereröffnet. (Sie war seit dem 10.10.1982 wegen Krankheit der bisherigen Leiterin, Frau Johnke, geschlossen gewesen.)

1983 Zum 1.1.1983 erfolgt die Neugründung der ev. Gemeinde Swisttal. Im Gebiet der Kommunalgemeinde Swisttal leben mehrere tausend Evangelische, die bisher zu den Kirchengemeinden Bornheim, Flamersheim, Meckenheim und Rheinbach gehören. Rheinbach gibt die Orte Ludendorf, Essig, Odendorf, Miel, Ollheim und Hohn mit ca. 1500 Gemeindegliedern an die neue Gemeinde ab. Die Swisttaler Presbyter scheiden aus. Das Presbyterium in Rheinbach wird um 2 Sitze ver-kleinert, und an Stelle dieser drei ausgeschiedenen Swisttaler Presbyter wird Manfred Kohlosser am 13.3.1983 kooptiert. Der neuen Gemeinde werden die Grundstücke in Odendorf lastenfrei übereignet. Zum 30.6.1983 wird die Trägerschaft für den Johannes-Falk-Kindergarten in der Schumannstr. 7 gekündigt. Der Kindergarten wird von der Stadt Rheinbach weitergeführt. Die Pfarrbezirke in Rheinbach werden zum Jahresende neu gegliedert. Der Pfarr-bezirkI umfaßt nunmehr den Bereich nordöstlich Stadtpark-Himmeroder Wall-Prümer Wall-Turmstraße-Fliederstraße-Rosenstraße; dazu Ramershoven, Peppenhoven, Oberdrees, Niederdrees; der Pfarrbezirk II den Bereich südlich und westlich dieser Grenze sowie Hilberath, Todenfeld, Loch, Queckenberg, Neukirchen, Irlenbusch, Merzbach. Zum 31.3.1983 beendet die Leiterin des ev. Altenheimes, Schwester Christa Stötzer, ihre Tätigkeit. Nachfolgerin wird die bisherige stellvertretende Leiterin, Rosemarie Ortmann.

1984 Rosemarie Wohlleben scheidet zum 31.12.1983 als Chorleiterin aus. Sie ist nach Bonn-Röttgen verzogen. Die Nachfolge tritt Ursula Leuchtmann an, die schon seit 1971 Organistin in der Gemeinde war. Die Gemeinde kauft ein 415 m² großes Grundstück östlich der Gnadenkirche von Maria Giebe-Richter. Die Presbyteriumswahl am 18.3.1984 ergibt folgende Zusammensetzung: Pfarrer Dr. Eberhard Kenntner (Vors.), Pfarrer Günter vom Hau, Johann-Peter Bauer (stv.Vors.), Lothar Breitkreuz (bis Okt. 1986, Nachfolgerin wird Frau Hanneliese Böhle), Ulrich Hans Heinichen (Kirchmeister), Susanne Lohse (bis Okt. 1986, Nachfolgerin wird Frau Sigrid Lange aus Irlenbusch), Manfred Kohlosser, Ingeborg Schmidt, Dr. Dietmar Staschen, Meike Thies-Schirmer, Irmgard Hübner (Mitarb.), Günter Kuhn (Mitarb.). Am 21.5.1984 beschließt das Presbyterium, sich am Bau einer Kapelle bei der Jugendbildungsstätte des Kirchenkreises in Merzbach mit DM 100.000,– zu beteiligen. Am 9.9.1984 erhält das Jugendheim an der Brahmsstraße den Namen „Pfarrer-Kurt-Melzer-Jugendheim“. In den Herbstferien fährt zum ersten Mal eine Jugendgruppe unter Leitung von Pfarrer Dr. Kenntner nach Villeneuve-lez-Avignon zu einer Jugendbegegnung, die dann alle 2 Jahre stattfindet. Aus ihr entsteht dann die Partnerschaft mit dem Centre d’Eglise Protestante in Avignon. Am 15.12.1984, der Nacht zum Samstag vor dem 3. Advent werden die Wände der Gnadenkirche mit Parolen „KEIN GOTT, KEIN STAAT, KEIN HERR, KEIN SKLAVE“ und „DER MENSCH IST FREI“ mit einem großen „A“ im Kreis (für Anarchie?) besprüht. Zum 31.12.1984 scheidet die Kassenführerin Ute Büchsenschütz aus dem Dienst der Gemeinde aus. Nachfolgerin wird Edeltraud Buckesfeld aus Heimerzheim.

1985 Am 16.1.1985 feiert der Seniorenkreis an der Brahmsstraße zehnjähriges Bestehen. Am 19.1.1985 wird die Jugendbildungsstätte des Kirchenkreises in Merzbach eingeweiht. Am 5.3.1985 wählt die Jahreshauptversammlung des Vereins Evangelisches Altenheim e. V. Presbyter Dr. Dietmar Staschen zum Vorsitzenden, nachdem Hans-Jürgen Meyer aus Krankheitsgründen zurückgetreten war. Am 21.5.1985 stimmt das Presbyterium zu, daß erste Gespräche geführt werden über die Rahmenbedingungen für die Übernahme des ev. Altenheimes durch die Rheinische Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk in Düsseldorf. Am 8.9.1985 wird in einem Familiengottesdienst das neue Lesepult (ein Bronze-Ambo),das Herr Dr. Müller zur Erinnerung an seine verstorbene Ehefrau, die langjährige Presbyterin Christa Müller, gestiftet hat, seiner Bestimmung übergeben. Es stellt in stilisierter Form den Baum des Lebens dar. Das Lesepult ist den Ablauf der gottesdienstlichen Liturgie ein ganz zentraler Ort. Von dort aus wird das Wort Gottes, wie von den Propheten und den Aposteln verkündet und in der Heiligen Schrift niedergeschrieben, verlesen. Zum 30.9.1985 scheidet Sieglinde Uphoff als Verwaltungsangestellte aus. Die Stelle übernimmt Elisabeth Haase. Der Kirchenkreis Bad Godesberg beschließt am 4.11.1985, eine Partnerschaft mit dem Kirchenkreis der Jünger-Christi-Kirche in Mbandaka im Zaire einzugehen. DieStadt Mbandaka hat etwa 200.000 Einwohner, von denen etwa 70.000 der Jünger-Christi-Kirche angehören. Diese protestantische Kirche ist von den Missionaren der Christian Church aus den USA um die Jahrhundertwende ins Leben gerufen worden. Charakteristisch sind die Gläubigentaufe ab einem Alter von etwa 12 Jahren und das Abendmahl mit Einzelkelch. In der Gemeindeversammlung am 1.12.1985 wird die Gemeinde über die Pläne unterrichtet, das ev. Altenheim der Rheinischen Gesellschaft zu übereignen. Am 3.12.1985 beschließt das Presbyterium, das ev. Altenheim mit dem Grundstück der Rheinischen Gesellschaft unentgeltlich zu übereignen. Am 4.12.1985 gegen 10.oo Uhr besetzen 18 türkische Kurden den Gemeindesaal in der Ramershovener Straße. Sie wollen durch einen unbefristeten Hungerstreik politische und soziale Forderungen durchsetzen. Die Aktion richtet sich nicht gegen die ev. Gemeinde; der beheizte Saal und die Toiletten sollen lediglich die Voraussetzungen für die Durchführung der Aktion bieten. Im Laufe des Vormittags erscheinen weitere Kurden. Nach fast zehnstündigen Verhandlungen und Darlegung, welche Nachteile ihnen im Asylverfahren durch eine solche Aktion drohen, räumen die Besetzer friedlich den Saal.

1986 Die Rheinische Gesellschaft übernimmt zum 1.1.1986 den Betrieb des ev. Altenheimes. Vom 17.2.1986 bis 20.2.1986 nimmt Pastor Eliki Bonanga aus Mbandaka/Zaire an allen Gemeindeveranstaltungen teil. Am 9.3.1986 hält er den Gottesdienst mit Elementen und Liedern aus der Ordnung der Jünger Christi Kirche. Am 29.4.1986 folgt der kath. Pfarrgemeinderat einer Einladung ins ev. Gemeinde-haus. Besprochen werden verschiedene Themen, die beide Seiten betreffen. Auf der Mitgliederversammlung des Vereins Ev. Altenheim e. V. am 7.5.1986 wird die Umwandlung vom Trägerverein in einen Förderverein beschlossen und ein neuer Vorstand gewählt. Aus Anlaß des 35-jährigen Bestehens der Gemeinde und des 20-jährigen Bestehens des ev. Altenheimes wird am 13.7.1986 auf der (dazu gesperrten) Ramershovener Straße ein großes Gemeindefest gefeiert. Vom 11.9. bis 12.10.1986 besuchen vier Vertreter des Kirchenkreises Mbandaka/Zaire der Jünger-Christi-Kirche (darunter der Superintendent) den Kirchenkreis Bad Godesberg. Am 1.10. und 2.10.1986 sind sie zu Gast in Rheinbach. Im November 1986 wird ein neuer Erdgas-Heizkessel für das Gemeindehaus eingebaut. Es beginnen die Arbeiten für den Anbau an die Sakristei (Heizraum für die Kirche).

1987 Die Kapelle in der Jugendbildungssstätte des Kirchenkreises in Merzbach wird am 15.3.1987 eingeweiht. Sie erhält den Namen „Versöhnungskapelle“. Am 22.3.1987 findet mit Pfarrer vom Hau der erste Gottesdienst der Gemeinde in Merzbach statt. Am 12.5.1987 folgt das Presbyterium einer Einladung des kath. Pfarrgemeinderatesi n die Offene Tür (OT) zur Erörterung gemeinsam interessierender Fragen. Am 24.5.1987 sind die Sanierungsarbeiten mit Einbau einer Fußbodenheizung soweit abgeschlossen, daß wieder Gottesdienst in der Gnadenkirche gehalten werden kann. Am 2.6.1987 trifft sich das Presbyterium der ev. Gemeinde Rheinbach mit dem Presbyterium aus Meckenheim im Jugendheim an der Brahmsstraße in Rheinbach. Am 14.6.1987 wird das Gemeindezentrum in Odendorf, Bendenweg eingeweiht. Eine Abordnung aus Rheinbach überreicht eine Bodenvase und ein Lektionar. Die Gemeindeversammlung in Flerzheim am 24.9.1987 ergibt ein eindeutiges Votum der anwesenden Gemeindeglieder für eine Eingliederung (aus der Meckenheimer Gemeinde) in die ev. Kirchengemeinde Rheinbach.

1988 Zum 1.1.1988 wird der Ort Flerzheim mit 187 ev. Einwohnern in die ev. Kirchengemeinde eingegliedert. Die neue ev. Kirchengemeinde Weilerswist (1882 Gemeindeglieder) schließt sich zum 1.1.1988 dem Kirchenkreis Bad Godesberg an. Nach der Wahl zum Presbyterium am 6.3.1988 ergibt sich folgende Zusammen-setzung: Pfarrer Dr. Kenntner, Pfarrer vom Hau, Johann-Peter Bauer (bis 1993, nachberufen wird Robert Mors), U. H. Heinichen (Kirchmeister und Presbyter bis 8.4.1990, nachberufen wird Hartmut Johannlükens), Manfred Kohlosser, Dr. Andreas Knaut, Hanne Pötter, Ingeborg Schmidt, Dr. Dietmar Staschen, Sigrid Lange, Meike Thies-Schirmer, Hanneliese Böhle, Günther Kuhn (Mitarb.).Zum 31.3.1988 scheidet Irmgard Hübner aus ihrem Dienst als Katechetin der Gemeinde aus und tritt in den Ruhestand. Das Presbyterium wählt aus den Bewerberinnen um die Nachfolge Manuela Rottschäfer aus, die ihren Dienst am1.10.1988 antritt. Am 21.3. 1988 findet in der katholischen Kirche Oberdrees und am 28.3.1988 zum ersten Mal in der katholischen Kirche in Flerzheim ein evangelischer Abendmahlsgottesdienst statt. Am 9.11.1988 waren die Rheinbacher Bürger eingeladen worden, in der kath. Kirche St. Martin an einem ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an Pogrome gegen die jüdischen Mitbürger am 9.11.1938 teilzunehmen. Am 6.12.1988 trifft sich das Presbyterium zu turnusmäßigen Sitzung in der Justizvollzugsanstalt Rheinbach. Der stv. Leiter, Reg.Dir. Lange, und der ev. Anstaltspfarrer Henning Gloege berichten über Leben und Probleme in einer Justizvollzugsanstalt.Das Presbyterium beschließt in dieser Sitzung, sich mit mtl. DM 100,– an den Kosten für eine Wohnung in Rheinbach für entlassenene Strafgefangene zu beteiligen. Außerdem wird beschlossen, Aussiedlern aus Osteuropa ein Begrüßungsgeld von DM 50,– auszuzahlen. Auf der Kreissynode in Bad Godesberg wird Pfarrer Dr. Stephan Bitter von der Erlösergemeinde in Bad Godesberg als Nachfolger des ausscheidenden SuperintendentenTheo Brandt gewählt. (Die Einführung ist am 19.2.1989 in Düsseldorf).Neuer Präses der Rheinischen Landeskirche wird Sup. Peter Beier aus Jülich. Präses Gerhard Brandt tritt in den Ruhestand. Die Einführung ist ebenfalls am 19.2.1989 in Düsseldorf.

1989 Ab 16.4.1989 findet der Kindergottesdienst nicht mehr nach sondern parallel mit dem Hauptgottesdienst statt. Am 1.9.1989 wird zu einer ökumenischen Andacht aus Anlaß des 50. Jahrestages des Kriegsausbruches am 1.9.1939 eingeladen. Die erste Goldkonfirmation in Rheinbach wird am 24.9.1989 gefeiert: Ruth Kamin, Asta Mikolajcyk und Prof. Dr. Gerhard Adelmann. (Alle 3 keine gebürtigen Rhein-bacher). Zum 3.10.1989 stellt das Presbyterium Barbara Langenbach aus Bad Godesberg als Verwaltungsangestellte für das Gemeindeamt ein (Frau Haase scheidet zum30.9.1989 aus).

1990 Im Gottesdienst am 11.2.1990 wird Pfarrer vom Hau verabschiedet. Er wurde von der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Mexiko zum Gemeindepfarrer gewählt. Sein Dienst in der neuen Gemeinde beginnt zum 1.3.1990. Vikarin Gudrun Straube (die spätere Frau Schlösser), die im März ihr II. Examen ablegt, versieht als Pastorin im Hilfsdienst bis zur Einführung des neuen Gemeindepfarrers die Gemeindearbeit im Pfarrbezirk II. Kirchmeister U. H. Heinichen scheidet nach mehr als 18 Jahren Amtszeit imPresbyterium mit Erreichen der Altersgrenze am 8.4.1990 aus. Nachfolger als Presbyter wird Hartmut Johannlükens. Zur neuen Kirchmeisterin wählt das Presbyterium am 27.3.1990 Presbyterin Hanne Pötter. Die Rahmenbedingungen für die Zahlung eines Begrüßungsgeldes für Besucher aus der ehemaligen DDR liegen nicht mehr vor. Die Zahlung wird daher im März1990 eingestellt. Mit Ablauf des Monats März 1990 wird die Gemeindebücherei aufgelöst.22Im Gottesdienst am 20.5.1990 wird Pfarrer Dr. Hanns Stephan Haas zum Pfarrer des Geindebezirkes II gewählt. Nach seinem Vikariat in einem Vorort von Mülheim war Dr. Haas Pastor an der Kreuzkirche in Bonn und zuletzt als „Studieninspektor“ am Adolf-Clarenbach-Haus in Bonn tätig und dort überwiegend mit Studien- und Examensbegleitung befaßt, hat Studienkreise und Examensrepetitorien durchgeführt. Die Einführung durch den Superintendenten Dr. Bitterer folgt am 5.8.1990 in der Gnadenkirche.

Nach baulichen Veränderungen im Gemeindezentrum hält das Diakonische Werk Bad Godesberg ab 15.8.1990 zweimal wöchentlich Sprechstunden zur Sozialberatung im Gemeindezentrum in der Ramershovener Straße ab. Vor der Stern-Apotheke in der Hauptstraße wird im August 1990 ein Schaukasten der ev. Kirchengemeinde aufgestellt. Am 2.9.1990 findet zum ersten Mal ein großes ökumenisches Gemeindefest unter dem Motto „Miteinander leben − Miteinander feiern“ am Hexenturm statt. Mitwirkende sind die kath. Pfarrgemeinde St. Martin, die kath. Soldatengemeinde St. Christophorus sowie die ev. Kirchengemeinde Rheinbach.

1991 Zu Pfingsten ist der „Choral Interéglise“ aus Villeneuve-lez-Avignon in unserer Gemeinde zu Gast. Am 31.8.1991 endet die Hilfsdienstzeit von Pastorin Gudrun Schlösser in der Gemeinde. Sie bleibt aber in Rheinbach, weil sie künftig Dienst als Pastorin im Sonderdienst an der Glasfachschule tut. Am 15.9.1991 wird sie im Gottesdienst in der Gnadenkirche durch den Superintendenten Dr. Bitter in dieses neue Amt eingeführt. Ab 16.9.1996 übernimmt sie dort die Schulpfarrstelle. Am 22.9.1991 erfolgt die feierliche Grundsteinlegung für das neue ev. Altenheim „Haus am Römerkanal“. An diesem Tag wird gleichzeitig das 25-jährige Bestehen des bisherigen ev. Altenheimes gefeiert.

1992 Am 12.2.1992 findet die Wahl zum Presbyterium statt. Das Presbyterium bilden jetzt: Pfarrer Dr. Haas, Pfarrer Dr. Kenntner, Johann-Peter Bauer, Dr. Detlef Hammer, Hartmut Johannlükens, Dr. Andreas Knaut, Manfred Kohlosser, Günther Kuhn (Mitarb.), Hanne Pötter (bis 3.10.1993, Nachfolgerin ist Heidelore Kuntze), Doris Röder, Ingeborg Schmidt, Christel Schröder, Dr. Dietmar Staschen (bis 3.10.1993, Nachfolger ist Hermann Steck). Am 13. März 1992 wird das Richtfest des neuen ev. Altenheimes „Haus am Römerkanal“ in der Trägerschaft der Rheinischen Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk gefeiert. Vom 2.8. – 28.8.1992 unternimmt die Jugenddelegation unseres Kirchenkreises die seit langem geplante Reise in unseren Partnerkirchenkreis Mbandaka im Zaire. Mitglieder der Delegation sind Jugendpfarrer Gisbert Hatscher, Hiltrud Pfnorr-Leihner, Henrike Götting, Robert Klessing und Wencke Pötter.

1993 Die Einsicht, daß wir Evangelischen als „Kirche des Wortes“ längst in ein „Zeitalter der Bilder“ hineingekommen sind, hat im Presbyterium dazu geführt, daß seit Jahren Überlegungen angestellt werden, neue Antependien (d.h. Bildvorhänge am Altar) anzuschaffen. Neue Antependien nicht als Schmuck oder zweckfreie künst-lerische Gestaltung unserer Kirche, sondern als Verkündigungshilfe in unserer Zeit. Lange wurde nach einem Künstler gesucht, dessen Arbeiten bewußt Verkündigung sein wollen, der bewußt Menschen unserer Zeit ansprechen will und der die Gabe der symbolischen Darstellung hat. Der Künstler, der gefunden wurde, ist Andreas Felger von der Jesus-Bruderschaft in Gnadenthal bei Bad Camberg im Taunus. Bei den ersten Vorgesprächen tauchte die Idee auf, neben den Antependien auch eine Wandgestaltung vorzunehmen, um für die nach den Kirchenjahreszeiten wechselnden Antependien einen festen Bezugspunkt zu haben. Diese Idee fand so großen Anklang, daß das Presbyterium beschließt, zuerst diesen Bezugspunkt und dann erst die Antependien anzuschaffen, und Andreas Felger bekommt 1990 den Auftrag, einen Entwurf für ein Holzrelief zu erarbeiten, das den Namen unserer Kirche -Gnadenkirche- aufnimmt und deuten soll. Andreas Felger entscheidet sich als Thema für Lukas 15,20: Die Heimkehr des verlorenene Sohnes. Am 17. 1.1993 wird im Gottesdienst die Stele feierlich „eingeweiht“. Was der Name unserer Kirche andeutet, begleitet von nun ab sichtbar in diesem Bild unser gottesdienstliches Leben: Die frohe Botschaft vom barmherzigen Gott, der uns zusagt: Freuet euch mit mir! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden! Vom Presbyterium werden zunächst 2 Antependien in Auftrag gegeben, die mit Beginn der Adventszeit in Gebrauch genommen werden: das Antependium für dieBußzeiten im Kirchenjahr (Advent, Passion, Buß- und Bettag), welches auf violettem Grund ein Kreuz zeigt, dessen Mitte kelchförmig ausgestaltet ist und zugleich eine Weinrebe andeutet, sowie das Antependium für die Trinitatiszeit, also vom Sonntag nach Pfingsten bis zum Ende des Kirchenjahres, welches auf grünem Grund das vierfache Ackerfeld und im Zentrum das kreuzförmig gebrochen Brot zeigt.

1994 In einem Festgottesdienst mit anschließendem Beisammensein wird am 8.5.1994 an die Einweihung der Gnadenkirche und des Gemeindezentrums vor 25 Jahren erinnert. 25 Jahre, ein Vierteljahrhundert, sind in der Geschichte der Kirche Jesu nicht viel; in unserer Gemeindegeschichte aber sind es entscheidende und sehr bewegte Jahre. Das dritte von Andreas Felger gestaltete Antependium wird zum 1. Advent in Dienst genommen. Am 4.12.1994, dem 2. Advent, wird die Organistin und Chorleiterin Ursula Leuchtmann im Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Sie bleibt der Gemeinde als Gemeindeglied und gern gesehene Vertretung verbunden. 24 Jahre versah sie ihren Dienst als Kirchenmusikerin, zunächst nur für das Orgelspiel zuständig, erweiterte sich mit der Zeit ihr Aufgabenbereich, vor allem, seit sie vor 11Jahren auch die des Kirchenchores übernahm.

1995 Zum 1.1.1995 tritt (als erster hauptamtlicher) Kirchenmusiker Torsten Seidemann seinen Dienst als Nachfolger von Ursula Leuchtmann an . Torsten Seidemann wurde geboren in Pößneck/Thüringen und studierte an der Ev. Kirchenmusikschule in Görlitz, Er beendete das Studium im Juni 1992 mit dem B-Examen. Im selben Jahr begann er mit dem Anerkennungsjahr als Kirchenmusiker auf einer Kantorenstelle in Thüringen und studierte als Gaststudent an der Leipziger Musikhochschule Orchesterdirigieren. Im Gottesdienst am 15.1.1995 wird erfeierlich in sein Amt in der Gemeinde eingeführt. Auf der Herbsttagung der Kreissynode war Pfarrer Dr. Kenntner als Scriba (Schriftführer) in die Leitung des Kirchenkreises Bad Godesberg berufen worden. Im Kantatengottesdienst am 12.2.1995 wird er feierlich in sein Amt eingeführt. Damit gehört nach dem früheren Pfarrer ten Brink und Presbyter Johann-Peter Bauer zum dritten mal ein Mitglied des Rheinbacher Presbyteriums zumKreissynodalvorstand. Nachdem schon 6 Jugendfreizeiten in der Partnerstadt Villeneuve-lez-Avignon mitintensiven Begegnungen in der Freien Evangelischen Gemeinde stattgefunden haben, kommen in der Zeit vom 26.4. bis 1.5.1995 unsere französischen Freunde zum ersten Mal als Gäste in unsere Kirchengemeinde. Im Gottesdienst am 9.7.1995 wird Pfarrer Dr. Haas verabschiedet. Er geht nach Hannover. Nach einem Beschluß der Landessynode gilt für freiwerdende Pfarrstellen eine neunmonatige Besetzungssperre mit der Folge, daß die Nachfolge erst zum 1.6.1996 geregelt werden kann. Bis dahin wird Pastor Markus Schäfer mit der Verwaltung der Pfarrstelle betraut. Anläßlich der Sommerserenade am 24.6.1995 übergibt Gerhard Heiwolt die Leitung des Posaunenchores, welche er seit 1975 innehatte, an Kantor Torsten Seidemann. Im ev. Altenheim „Haus am Römerkanal“ entsteht ab dem Sommer 1995 zum größten Teil in Eigenarbeit durch die Hausmeister ein Andachtsraum. Zur liturgischen Ausgestaltung des Andachtsraumes hat Pastorin Gudrun Schlösser Schülerinnen und Schüler der Glasfachschule gewinnen können; die Thematik der Glasgestaltung an der Altarwand soll den Psalm 126 aufnehmen: „Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, dann werden sie sein wie die Träumenden ….“. Im Rahmen eines festlichen, ökumenischen Gottesdienstes wird am 24.10.1995 im Haus am Römerkanal die Erlöser-Kapelle eingeweiht. Die Entwürfe der Schülerinnen und Schüler der Glasfachschule zur Ausgestaltung des Raumes werden zum ersten Advent beim Basar im Altenheim ausgestellt. Sie stoßen auf großes Interesse. Eine Jury wählt die Entwürfe, die umgesetzt werden sollen, aus und zeichnet die drei besten Arbeiten aus. Eine Glasstele für die Altarwand und eine Türverglasung werden in Auftrag gegeben

1996 Die Wahl zum Presbyterium findet am 3.3.1996 statt. Das Presbyterium bilden nun: Pfarrer Dr. Kenntner, Dr. Detlef Hammer, Ilse von Köller, Manfred Kohlosser, Günther Kuhn (Mitarb.), Robert Mors (Kirchmeister), Detlev Oertel, Doris Röder, Manuela Rottschäfer (Mitarb.) Annette Schlemmer, Ingeborg Schmidt, Christel Schröder, Hermann Steck. In Verbindung mit der Presbyterwahl wird durch den für den 3.3.1996 organisierten ersten Rheinbacher Gemeindetag deutlich gemacht, daß die Gemeinde vom „Mitmachen“ lebt. Im Wahlgottesdienst am 14.4.1996 unter der Leitung des Superintendenten Dr. Bitter wird Pastor Markus Schaefer zum Pfarrer für den Pfarrbezirk II gewählt und am 16.6.1996 durch den Superintendenten in sein Amt eingeführt. Nach langen Vorüberlegungen hatte das Presbyterium beschlossen, den Eingangsbereich der Gnadenkirche mit einem Vorraum zu versehen. Er soll dazu dienen, „das Gespräch der Gemeindeglieder untereinander vor und nach dem Gottesdienst zu fördern und auch bei Wind und Wetter zu ermöglichen“. Außerdem soll an der Kriegerstraße eine neue Sakristei entstehen und der Aufgang zur Empore nach außen verlegt werden. Das Dach des Kirchenraumes soll ein Glasfenster erhalten. Mit Planung und Ausführung wird das Architekturbüro Jöhnssen aus Köln beauftragt. Am 23.8.1996 wird das Richtfest auf der Baustelle gefeiert und am 25.8.1996 der Grundstein für den Erweiterungsbau gelegt. In diesem Jahr kann der Kirchenchor sein 50-jähriges Bestehen feiern. Das Doppelereignis „Jubiläum des Chores“ und „Wiedereinweihung des Gemeindezentrums Gnadenkirche“ wird im Festgottesdienst am 22.12.1996, dem 4. Advent-Sonntag gefeiert. Hierbei werden Teile des Oratoriums „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel aufgeführt und damit ein kirchenmusikalischer Höhepunkt erreicht, der dem auf 56 aktive Mitglieder angewachsenen Chor große Zuversicht für weiteres Engagement vermittelt hat.

1997 Am 9.2.1997, dem Karnevalssonntag, wird erstmals in der Gnadenkirche zu-sammen mit der Gro-Rhei-Ka, der Narrenzunft Prinzengarde 1895 e. V. und dem Kernstadtprinzenpaar ein Mundartgottesdienst gefeiert. Die schöne Tradition der ökumenischen Pfingstgottesdienste konnte wegen großer amtskirchlichen Hindernisse auf katholischer Seite nicht fortgeführt werden. Am Pfingstmontag, dem 19.5.1997 lädt die ev. Gemeinde deshalb zu einem offenen Gottesdienst auf den Vorplatz des Hauses am Römerkanal mit anschließendem gemeinsamen Mittagessen ein. Ausdrücklich werden alle Christen zur Teilnahme und Mitgestaltung eingeladen. Die Landessynode wählt Pfarrer Dr. Kenntner für eine 4-jährige Amtsperiode zum Vorsitzenden des ständigen Ausschusses für Gottesdienst und Kirchenmusik der Landeskirche. Am Samstag, dem 12.4.1997 findet erstmals die Konfirmation von Flerzheimer Jugendlichen in der dortigen kath. Kirche statt, die bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Mit Dank und großer Freude wird dieses schöne Zeichen ökumenischer Gastfreundschaft entgegengenommen. Pater Leppich läßt es sich nicht nehmen, selbst in den Turm hinaufzusteigen und die katholische Kirchenfahne zu Ehren der evangelischen Konfirmandinnen und Konfirmanden zu hissen. Am 7.6.1997 tagt die Kreissynode im Gemeindezentrum an der Ramershovener Straße, da nach dem Umbau nun endlich genügend Platz vorhanden ist. Die Wiedervereinigung hat auch für die Kirchen in der ehemaligen DDR große Umwälzungen mit sich gebracht. So mußten aufgrund gewachsener Aufgaben bei kaum gestiegenen Mitgliederzahlen zahlreiche Gemeinden zusammengelegt werden. Die frühere Partnergemeinde in Bietikow wurde mit den Gemeinden in Bertikow und Drense zusammengelegt, die ihrerseits Partnergemeinden in Bonn haben. Das Presbyterium in Rheinbach beschließt deshalb nach den entsprechenden Abstimmungsgesprächen, die Partnerschaft für die neu entstandene Gesamtgemeinde der Kreuzkirchengemeinde in Bonn zu Rheinbach-Meckenheim im Gemeindezentrum an der Ramershovener Straße ihre Arbeit auf. Leiterin ist Dorothea Joos, die zuvor in dieser Funktion in einer Sozialstation in Bad Godesberg tätig war.

1998 In diesem Jahr wird eine langjährige Tradition wieder aufgenommen und am Pfingstmontag, dem 1.6.1998, im Wald an der Tomburg gefeiert. Die ev. Kirchen-gemeinde lädt Christen aller Konfessionen zu diesem Gottesdienst und besonders zur Feier des Hl. Abendmahles ein. Anschließend ist Gelegenheit zu gemeinsamem Mittagessen und Gesprächen.

2012-2013 Das Jugendzentrum wird grundlegend saniert und die Räumlichkeiten bekommen eine neue Struktur. Der Haupteingang wird zur Straße verlegt und große Fenster und Lichtschächte sorgen für mehr Tageslicht in den Räumen.

2015 Im Gottesdienst wird Pfarrer Dr. K.F. Diethard Römheld am 8. März 2015 zum Nachfolger von Pfarrer Dr. Eberhard Kenntner im Pfarrbezierk I gewählt.

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