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Musik in der Gnadenkirche

Am Sonntag, den 24.09.2017 sind Sie wieder zu einer besonderen Musik in der Gnadenkirche eingeladen: Lydia Krüger (Mezzosopran) und Robert Aust (Klavier) werden Sie mit einem bunten Programm in die Welt der Sagen und Märchen mitnehmen.
Es wird moderativ durch das Programm geführt, es ist geeignet für Kinder ab ca. 9 Jahren.
Der Eintritt ist wie immer frei, kommen Sie vorbei auf einen schönen Abend!

Gesprächscafé für Trauernde

Am kommenden Montag, den 19.September ist wieder Raum dafür, alles Bedrückende loszuwerden. Zwischen 15:00 und 17:00 Uhr sind Sie wieder zum Gespräch ins Haus am Römerkanal eingeladen. Die ökumenische Hospizgruppe bietet das Café an. Hier ist Zeit und Raum für Trauer und auch dafür, sie zu bewältigen. Das dann nächste Gesprächscafé findet Anfang Oktober statt.

Luther aufs Maul schauen

Fünf Abende, fünf Mal mit den Schriften des Reformators konfrontiert werden, fünf Mal mehr erfahren: Sie können Luther mal so richtig kräftig aufs Maul… schauen. Pfarrer Dr. Diethard Römheld lädt an fünf Donnerstagen jeweils um 20 Uhr ins Gemeindezentrum in der Ramershovener Straße ein.

Der erste Termin war am Donnerstag, den 8.September: Da drehte sich alles um die ’95 Thesen‘ (1517), den Rückblick ‚Wider Hans Worst‘ (1541)  und die Fragen ‚Was ist Gnade und wie bekomme ich sie?‘ und ‚Welche Rolle spielt Kirche dabei?‘.

Weitere Termine sind der 22.September, 20.Oktober, 3.November und der 24.November.

Regenbogen-Sonntag am 18.9.

Der beliebte Gottesdienst, zu dem es bei uns anders zugeht, als ’normal‘: Am Sonntag, den 18.September sind alle herzlich eingeladen, zu gewohnten Zeit um 10 Uhr in die Gnadenkirche zu kommen. Anstelle der Predigt gibt es für jede Altersgruppe die Gelegenheit, in Kleingruppen selbst über den Predigttext zu diskutieren und ihn damit auszulegen bzw. kreativ an mit dem Text umzugehen. Drumherum wird gemeinsam Gottesdienst gefeiert – anschließend zusammen gegessen. Zu diesem Mittagessen sind Sie herzlich eingeladen.

Bitte melden Sie sich kurz auf dem Gemeindebüro oder am kommenden Sonntag persönlich dazu an, dann können wir besser planen.

Ausblick auf den September

Die großen Sommerferien sind vorbei – alle starten wieder voll durch – egal, ob im Alltag nach dem Urlaub, bei der Arbeit oder in Schule und Kindergarten. In der evangelischen Kirchengemeinde startet im neuen Monat unter anderem die Vortragsreihe „Luther aufs Maul schauen“ – der Anfang von fünf Luther-Terminen bei uns. Mit der Visitation nimmt Anfang September der Kreissynodal-Vorstand unsere Gemeinde und ihre Arbeit unter die Lupe. Unser Kirchenchor feiert großes Jubiläum: 70 Jahre gibt es ihn nun schon und die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden starten mit der Vorbereitung auf ihr großes Fest 2017.

Diakoniesonntag

1509-Diakoniesonntag

Fremd sein kennt jeder – unter diesem Motto steht der erste Diakoniesonntag der Gemeinde.
Sich fremd fühlen, dieser Erfahrung hat jeder schon einmal gemacht. Sei es der erste Morgen am neuen Arbeitsplatz, sei es wenn man nach langen Jahren zum ersten Mal wieder einer neuen Sportgruppe beitritt. Im Urlaub, in einem fremden Land müssen wir viele neue Eindrücke, oftmals auch uns fremde sortieren.
Natürlich bleibt in diesem Gottesdienst das Schicksal der vielen Flüchtlinge in unserem Land und im Besonderen in unserer Stadt nicht außen vor. Aber auch die Erfahrungen von Flucht und Vertreibung, die viele Rheinbacher nach dem 2. Weltkrieg selbst erleben mussten, auch sie haben in diesem Gottesdienst ihren Platz.
Ein wenig wollen wir nach dem Gottesdienst noch zusammen bleiben und gemeinsam über unsere Erfahrungen mit dem eigenen Fremdsein bei einer Tasse Kaffee reden, aber auch hören, wo wir als Gemeinde momentan mithelfen können, damit Flüchtlinge sich in Rheinbach willkommen fühlen.

Kinderbibeltag: Echt stark!

Samstag, 26. September 2015
10.00 – 14.00 Uhr
im ev. Gemeindezentrum Ramershovener Str. 6

Für alle Kinder von 6 – 12 Jahren

Theater, Singen, Spielen und Basteln, gemeinsames Mittagessen und jede Menge Spaß!

Anmeldungen bis 23. September 2015 im ev. Gemeindeamt, Tel. 4760

Informationen bei B. Preußner, E-Mail: beatrix.preussner@ekir.de

Ökumenischer Gottesdienst im Freizeitpark

Freilichtbühne im Freizeitpark

13. September 2015 – 17.00 Uhr

Predigt: Pfarrer Klaus Haubold (FeG)

Herzliche Einladung!

Veranstalter:
Katholische St. Martin Kirche, evangelische Gnadenkirche,
freie evangelische Gemeinde – Ökumenischer Arbeitskreis

V.i.S.d.P.: Gerda Horster, Tel. 02226-3291

Predigt: Mirjamsonntag 2015

06.09.2015

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes, des Vater, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Weisheit spricht:

22Der Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege, /
vor seinen Werken in der Urzeit;
23in frühester Zeit wurde ich gebildet, /
am Anfang, beim Ursprung der Erde.
24Als die Urmeere noch nicht waren, /
wurde ich geboren, /
als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen.
25Ehe die Berge eingesenkt wurden, /
vor den Hügeln wurde ich geboren.
26Noch hatte er die Erde nicht gemacht und die Fluren /
und alle Schollen des Festlands.
27Als er den Himmel baute, war ich dabei, /
als er den Erdkreis abmaß über den Wassern,
28als er droben die Wolken befestigte /
und Quellen strömen ließ aus dem Urmeer,
29als er dem Meer seine Satzung gab /
und die Wasser nicht seinen Befehl übertreten durften,
30als er die Fundamente der Erde abmaß, /
da war ich als geliebtes Kind bei ihm.
Ich war seine Freude Tag für Tag /
und spielte vor ihm allezeit.
31Ich spielte auf seinem Erdenrund /
und meine Freude war es, bei den Menschen zu sein.
32Nun, ihr Söhne, hört auf mich! /
Wohl dem, der auf meine Wege achtet.
33Hört die Mahnung und werdet weise, /
lehnt sie nicht ab!
34Wohl dem, der auf mich hört, /
der Tag für Tag an meinen Toren wacht /
und meine Türpfosten hütet.
35Wer mich findet, findet Leben /
und erlangt das Gefallen des Herrn.
36Doch wer mich verfehlt, der schadet sich selbst; /
alle, die mich hassen, lieben den Tod.

Sprüche 8, 22-36

Ist sie nicht wunderschön, die Weisheit?
Ein fröhlich spielendes Kind, im großen Garten der Schöpfung.
Alles wird bestaunt. Alles muss entdeckt und bejubelt werden.
Wie lustig das Wasser zwischen den Steinen hervorkommt, wie das Meer rauscht und auf den Strand läuft, wie die Wolken am Himmel langziehen und sich zu immer wieder neuen Formen zusammenschließen.

Ist sie nicht wunderschön, die Weisheit?
Eine junge, hübsche Frau.
Sie tanzt vor Gott und drückt so die Freude über die Schöpfung aus.
Ich war sein Liebling, seine Freude, seine Lust Tag für Tag.

Ist sie nicht wunderschön, die Weisheit?
Die alte weise Frau, die weiß, was das Leben trägt, was auch dann noch hält, wenn die Welt aus den Angeln zu fliegen droht.

Ist sie nicht wunderschön, Frau Weisheit, die hier zu uns spricht, ja, besser singt und von sich erzählt?

Ja, Sie haben richtig gehört.
Im Alten Testament, in den sogenannten Weisheitsbüchern, die voll sind von Lebensweisheiten, wird die Weisheit oft als eine Frau beschrieben – nicht unbedingt als alte weise Frau, wie wir es vielleicht aus Märchen kennen, sondern als spielendes und staunendes Kind, als junge Frau, wunderschön und verlockend, eine Freude, eine Lust für Gott und die Menschen.
Unablässig wirbt sie für sich, für ein Leben auf ihren Wegen, weil nur ein solches Leben gelingendes Leben ist.
Ja, diese Frau weiß, wo alles Leben herkommt, wie es gelingt, worauf es ankommt, was man tun muss, um das Leben nicht zu verderben und zu verfehlen.
Selbstbewusst singt sie von sich, vielleicht ein bisschen überheblich, aber steht ihr das nicht auch zu?
Vor allen anderen Geschöpfen hat Gott sie geschaffen. Wahrscheinlich wusste er, dass diese seine Schöpfung nicht ohne die Weisheit existieren und v.a. Bestand haben würde.
„Er baute den Himmel – ich war dabei.
Er maß den Erdkreis über den Wassern ab – ich war dabei.
Er setzte die Wolken an den Himmel – ich war dabei.
Er ließ die Quellen springen – ich war dabei.
Ja, ich habe sogar mitbekommen, wie er dem Meer seine Grenzen und Satzungen gegeben hat.
Ich war dabei als er alles weise geordnet hat.
Der Garten der Schöpfung war mein Spielplatz.“
so sagt sie stolz, die Weisheit.
Sie weiß Bescheid, sie kennt sich aus, auch über die Grenzen unseres Wissens und unserer manchmal sehr engen Sicht hinaus.
Und sie weiß es nicht nur, hat nicht nur Wissen angesammelt. Sie nimmt nicht nur zu Kenntnis, sondern sie spielt, spielt mit Möglichkeiten, spielt mit Kreativität, ist mit Verstand und mit Herz dabei. Sie hat Freude daran und vermittelt diese Freude, vermittelt die Freude, die Gott an seiner Schöpfung hat
und in seine Schöpfung hineingelegt hat. Wir sollen uns freuen an der Schöpfung, an deren guten Lebensregeln, die uns erst Leben ermöglichen.
Sie vermittelt ihre Lehren nicht verbissen und sauertöpfisch an ungelehrige Kinder, nicht genervt und besserwisserisch – so ist die Weisheit nicht – vielmehr spielt sie, tanzt und lädt zur Mitfreude ein. Werben will sie, nicht belehren. Verführen will sie – und manchmal mahnt sie auch. Sie zieht alle Register der Überredungs- und Überzeugungskunst.
„Ihr Söhne und Töchter hört auf mich. Folgt mir. Achtet auf meine Weisungen, dann werdet ihr Leben finden – gelingendes Leben; Leben, dessen Perspektive über den heutigen Tag hinaus geht. Leben, das nicht nur euch selbst,
sondern auch die anderen Menschen, ja, die ganze Schöpfung im Blick hat. Leben, das Gott gefällt; Leben, das Gott schenkt und schützt.
Aber – Achtung! Ihr könnt euch auch gegen mich entscheiden. Ihr könnt mich verfehlen. Aber damit schadet ihr euch selbst, lauft in euer Unglück und zieht noch andere mit.“

Ich frage mich, warum die Weisheit seit Bestehen der Welt, seit Bestehen des Menschen – ja, seit Adam und Eva –
so um uns Menschen werben muss. Ich frage mich, warum wir immer wieder den Eindruck haben, dass die Weisheit – wie schon bei Adam und Eva – nicht durchkommt mit ihrem Werben – bis heute?
Warum lassen wir uns eher von der Torheit einfangen, statt dem Werben der Weisheit zu folgen?
Vielleicht weil die Torheit auch immer wieder verlockend, verführend, werbend daher kommt.
Vielleicht weil die Torheit vorgibt, die Dinge besser machen zu können, als Gott sie geordnet hat – mehr heraus zu holen, effektiver mit ihnen umzugehen.
Vielleicht weil die Torheit so oft scheinbar plausibel, offensichtlich und einfach daher kommt – mit einfachen Lösungen und Antworten – und uns der Blick hinter die Dinge, die Auseinandersetzung mit den Hintergründen oder gar mit Menschen, zu mühsam ist und zu viel Zeit kostet.
Vielleicht weil die Torheit uns glauben machen will, dass wir selbst der Mittelpunkt der Welt sind, das Zentrum um das sich alles dreht und an dem sich alles ausrichten muss: Vielleicht weil sie uns einredet, dass Selbstoptimierung und Selbstdarstellung das höchste Ziel sind, dem alles andere und alle anderen unterzuordnen sind.
Vielleicht, weil Torheit auf schnellen Erfolg setzt und schnelle Antworten parat hat, während die Weisheit manchmal lange schweigt, bevor sie antwortet. Haben wir keine Zeit mehr für die Weisheit? Scheint uns der Schnellschuss effektiver?
Aber – der Tor hat keine Zukunft. Er verspielt seine Zukunft in der Gegenwart.
Wie das konkret aussieht? Wir wissen es eigentlich längst:
„Wenn wir die Weisheit verfehlen, fügen wir uns selbst Gewalt zu. Wenn wir die Umwelt zerstören, dann gefährden wir das Leben. Egoistisches, rücksichtsloses Wirtschaften bringt Ungerechtigkeit und Tod. Gleichgültigkeit und Intoleranz erzeugen Unfrieden in der Gesellschaft. Zu viel Luxus und Konsum machen krankt.“
(Arbeitsheft zum Mirjamsonntag 2015)
Wir wissen es längst und lassen uns doch so leicht einfangen.
Wie anders sieht die Weisheit aus als die Torheit.
Die Weisheit lässt sich nicht durch den äußeren Schein täuschen. Sie sieht hinter die Dinge. Sie sieht den Dingen auf den Grund.
Weisheit lehrt zwischen wichtig und unwichtig zu unterscheiden.
Weisheit fällt nicht auf die Tagesparolen herein, die die Schlagzeilen für einen Tag, vielleicht auch für zwei bestimmen und dann wieder vergessen sind.
Die Weisheit sucht nach dem, was das Gestern mit dem Heute und dem Morgen verbindet. Sie fragt nach dem Bleibenden im Flug der Zeiten.
Sie fragt nach Gerechtigkeit inmitten einer Welt der Ungerechtigkeit, und sie fragt nach der Wahrheit in Zeiten der schnellen Lüge. Die Weisheit beteiligt sich nicht an Hetzkampagnen und fällt nicht auf den Jubel oder das Gebrüll der Massen herein.
Die Weisheit lehrt uns, dass nicht wir der Nabel der Welt sind.
„Die Gottesfurcht ist der Anfang der Weisheit“ heißt es
– zu erkennen und anzuerkennen, dass nicht ich, sondern ein anderer Herr der Welt ist, dass ich nicht alles in der Hand habe, dass ich nicht das Recht habe, mich anderer oder der Schöpfung achtlos zu bedienen und sie meinen Interessen unterzuordnen, dass ich nicht das Maß aller Dinge bin.

Frau Weisheit wird nicht müde, für sich und um uns zu werben.
„Mensch, du hast die Wahl. Entscheide dich, ob du den Weg der Torheit gehen willst, oder ob du der Weisheit folgst.
Entscheide dich für den Weg, der zum Leben führt und nicht für den Todesweg. Entscheide dich für das gute Leben,
das sinnvolle Leben, das im Einklang mit Gott ist und seiner Schöpfung.“

Ist sie nicht wunderschön und verlockend, Frau Weisheit, das spielende Kind, die tanzende junge Frau, die weise alte Frau.
Warum folgen wir ihr nicht? Gibt es nicht genügend Situationen, in denen uns gerade die Weisheit fehlt, in der wir uns und anderen Weisheit und den weiten Blick wünschten? Situationen, in denen wir ratlos dastehen und die Weisheit unter unserer Geschäftigkeit und hinter unseren Problembergen verdunkelt ist. Wir können sie kaum erkennen und fragen uns: Was ist weise? Was ist klug? Jetzt , in dieser konkreten Situation.
Salomo hatte einen Wunsch frei – und er wünschte sich ein weises Herz.
Vielleicht sollten auch wir immer wieder inne halten und genau darum bitten: um ein weises Herz, um Weisheit für uns und für die Welt.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unser Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Pfr.’in Gudrun Schlösser