Schlagwort-Archive: Predigt

Prädikanten predigen

Die kommenden beiden Sonntage erleben sie ganz besondere Gottesdienste in der Gnadenkirche: Frau Christina Mekelburger und Herr Marc Jean Löwenstein werden als Prädikanten unserer Gemeinde predigen. Sie sind vom Presbyterium beauftragt, ehrenamtlich die frohe Botschaft zu verkündigen. Im Sinne des reformatorischen Prinzips des Priestertums aller Getauften ergänzen sie den Dienst der Pfarrerinnen und Pfarrer, sowie der hauptamtlich Mitarbeitenden und tragen so zur Vielfalt evangelischer Verkündigung bei. Kommen sie deswegen gerne am Sonntag, den 23. April und auch am Sonntag, den 30. April jeweils um 10 Uhr in die Gnadenkirche. Und geben sie nach den Gottesdiensten bei einer Tasse Kaffe gerne ihr Feedback zur Predigt.

Predigt zur Jahreslosung

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder.

Die Jahreslosung für das kommende Jahr steht beim Propheten Hesekiel im 36. Kapitel Vers 26:

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.

Na prima! – ein neues Herz – eine kollektive Herztransplantation für diese unsere Gesellschaft.

Das ist es, was wir brauchen, damit unsere Gesellschaft menschlicher und wärmer wird, damit niemand vergessen und abgehängt wird.  Ein neues Herz für unsere Politiker und Wirtschaftsbosse, für alle Entscheidungsträger – kurz für die da oben, die abgehoben und hartherzig unsere Geschicke lenken.

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Predigt zum Reformationstag 2106

von Pfarrer Dr. Diethard Römheld

Ich lese ausgewählte Verse aus Römer 3. Es handelt sich um DIE zentrale Bibelstelle, auf der Luther seine Theologie der Rechtfertigung aufbaut. Die Übersetzung folgt der neuen Revision der Lutherübersetzung von 2017:

Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes
die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart.
Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott,
die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus
zu allen, die glauben.
Denn es ist hier kein Unterschied:
Sie sind allesamt Sünder
und ermangeln des Ruhmes,
den sie vor Gott haben sollen,
und werden ohne Verdienst gerecht
aus Seiner Gnade
durch die Erlösung,
die durch Christus Jesus geschehen ist.
So halten wir nun dafür,
dass der Mensch gerecht wird
ohne des Gesetzes Werke,
allein durch den Glauben.

Tja, da haben wir den Salat: Auch hier in der Gnadenkirche gilt ohne Unterschied: Wir sind allesamt Sünder!
Aber Hand auf’s Herz: um DAS zu erfahren, seid Ihr nicht hergekommen, oder? Fühlt Ihr Euch als Sünder? Könnt Ihr so aus dem Stegreif aufzählen, wo Ihr gesündigt haben? Und ich meine nicht den Kühlschrank! Ist „Sünde“ nicht ein furchtbar altmodischer Begriff?
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15. Sonntag nach Trinitatis – der Teufel

Die Predigt vom Sonntag, 04. Septeber 2016, in der Gnadenkirche von Pfarrer Dr. Diethard Römheld.


Ich lese ausgewählte Verse aus 1 Petrus 5 (8–10*):

Bewahrt einen klaren Kopf
und seid wachsam!
Denn Euer Feind, der Teufel,
streift wie ein brüllender Löwe umher.
Er sucht jemanden,
den er verschlingen kann.
Leistet ihm Widerstand
in unbeirrtem Glauben!
Gott hat euch in seiner großen Gnade
zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen.
Nur für eine kurze Zeit müsst ihr leiden.
Dann wird Gott euch wieder herstellen und stärken,
euch Kraft und Halt geben.

Das riecht heute nach ganz großem Kino: Da kommt der Teufel um die Ecke, gefräßig und aggressiv wie ein Löwe. Und WIR sollen seine Opfer sein. UNS will er als Beute! Der Teufel hält sich nicht irgendwo fern von uns in der Hölle auf, um da schon mal ein wenig einzuheizen für die, die es später verdient haben. Nein, der Teufel steht schon draußen vor der Kirchentür und wartet auf uns. Und es scheint ihm egal, ob wir es verdient haben oder nicht! Es geht um den Hunger des Löwen, nicht um Gerechtigkeit!
Das riecht heute nach ganz großem Kino: Da kommen wir selbst vor in der Heldenrolle, als tapfere Kämpfer. Wachsam müssen wir sein, sehr wachsam. Und permanent Widerstand leisten müssen wir, um nicht zur Beute zu werden. An Schlaf ist nicht zu denken, an verträumtes in den Tag leben auch nicht. Zu den Waffen, Geschwister, der Feind ist nahe! Leben im Glauben ist weder kuschelig noch tröstlich, sondern gefährlich und anstrengend. Schweiß und Tränen werden fließen.
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Predigt vom 21. August

Die Predigt vom Sonntag, 21. August 2016, in der Gnadenkirche von Pfarrerin Gudrun Schlößer.

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Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.
Amen.

Predigttext 1. Johannes 4

Geliebte, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.

Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Geliebte, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.

Liebe Schwestern und Brüder,

was würden Sie sagen, wenn ich Sie heute statt mit dieser Anrede mal mit „Geliebte“ ansprechen würde? Sicher wären sie etwas befremdet.
„Na ja“, würden Sie vielleicht sagen, „ist ja schön, wenn sie uns gern hat, aber übertreiben muss man ja auch nicht.“ Geliebte, das sagt man nicht einfach so. Das ist schon ein Wort für eine besondere Beziehung
und für besondere Gelegenheiten.

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Predigt zur Konfirmation 2016

Predigt zur Konfirmation 2016

1 Kor 14,1–3

Kirchenslang, den kein Schwein versteht, den kennt Ihr zu Genüge. So ein Pfaffe redet ja viel, wenn der Tag lang ist, und da ist manch seltsamer Kram dabei. „Himmelreich, Heiland, Messias, Sohn Gottes, Halleluja, Hosianna“ und was sonst noch alles. Ich bin auf dem Land groß geworden, und wenn wir unsere Lehrer ärgern wollten, gaben wir in solchen Situationen den Bauernbengel: „Hosianna, was ist denn das? Kann man das essen? Ist das ansteckend? Ist das was unanständiges?“ Mann, was waren wir aufgeschlossen für neue Bedeutungshorizonte! Und unseren Lehrern wuchsen graue Haare: Hatten sie es doch schon immer gewusst: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht! Auch Ihr habt euch manchmal sicherlich gefragt, wovon wir Kirchenleute gerade reden. Aber Ihr habt anders als wir damals höflicherweise nicht den Bauernbengel gegeben, auch wenn Eure Fragen nicht unähnlich waren: Warum soll man an etwas glauben, was man nicht sehen und anfassen kann? Warum soll man Vergebung für etwas suchen, was uns nicht weiter auf der Seele liegt? Und ist „Jesus liebt dich“ nicht eine furchtbar kirchliche Floskel, aber meilenweit vom täglichen Leben entfernt?

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Predigt Kantate 24.04.2016

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes, des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Kol 3,12-17:
12 So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld;
13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!
14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.
15 Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar.
16 Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.
17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Liebe Brüder und Schwestern,

stellen Sie sich vor, wir als Gemeinde wären ein großer Chor. Das sollen wir doch sein, oder. Schließlich heißt unser Sonntag Kantate – Singt! Und im Predigttext steht es eindeutig: „Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen!“

Was würden wir als Gemeindechor wohl singen?
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Predigt Karfreitag

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes, des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder!

Jesus neigte das Haupt und verschied. – Aus! Kerzen aus, Altar abgeräumt, Ende, Aus, Schluss. Jedes Jahr dasselbe. Und jedes Jahr ist es schwer zu ertragen. Karfreitag ist schwer zu ertragen. Karfreitag ist unpopulär. Wäre es nicht leichter, diesen düsteren Tag einfach zu überspringen und schon mal zu Ostern überzugehen.
Aber das konnten die Jüngerinnen und Jünger Jesu auch nicht. Sie mussten Karfreitag ertragen, hilflos, ausgeliefert, aller Hoffnungen beraubt. Warum musste das geschehen? so fragten sie sich. Warum dieser Tod, dieses Scheitern, dieses jähe Ende aller Hoffnungen und Träume? Was hatte Ihr Leben jetzt noch für einen Sinn? Was gab es für sie noch zu erwarten? Dieser Tod macht für sie einfach keinen Sinn. Er macht sie mutlos, sprachlos, lässt sie erstarren. Ihre Sprache haben sie erst langsam nach Ostern wiedergefunden. Erst im Licht der Auferstehung wird das Kreuz für sie überhaupt deutungswürdig. Sonst wäre es einfach das grausame Ende eines Gescheiterten gewesen. – Und genau das müssen Sie zunächst einmal aushalten.
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Predigt vom 13.03.2016 – Judica

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heilige Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Brüder und Schwestern!
Ich kann nicht drängeln. Konnte ich noch nie. In der Schlange, ob am Skilift oder an der Kinokasse, stehe ich immer hinten. Wenn sich eine Türe öffnet und alle auf die Plätze stürmen, gerate ich regelmäßig ins Hintertreffen. Freie Platzwahl ist mir ein Gräuel. Nicht, dass ich nicht gerne einen guten Platz hätte. Aber ich kann es einfach nicht. Deshalb bin ich froh, wenn mein Platz schon mal reserviert ist.

Der Kampf um die besten Plätze ist ein lebenslanges Thema, so scheint mir. Nicht nur im Konzert oder Theater, sondern auch in der Schule, im Beruf, im Sport, bei mancher Feier. Wo sitze ich richtig? Wo stehe ich? Wo positioniere ich mich am geschicktesten? Wo werde ich wahrgenommen, mein Einsatz gesehen und honoriert? Wo ist mein Platz? Vielleicht steckt dahinter ja die Angst, zu kurz zu kommen, übersehen oder gar vergessen zu werden, wenn die besten Plätze verteilt werden.
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Predigt zum Sonntag Septuagesimae, 2016

Predigt zum Sonntag Septuagesimae, 24. Januar 2016, Gnadenkirche Rheinbach
(Irmela Richter)

Korinth ist in biblischer Zeit eine spannende Multi-Kulti-Stadt mit vielen Möglichkeiten und Gesichtern. Wirtschaftlich prosperierend bietet die Hafen- und Handelsstadt ihren Bürgern alles, was das Herz begehrt: eine große Agora mit Rednertribüne, eine Straße mit vielen Geschäften, Theater und eine Arena, eine öffentliche Latrine und noch eine Reihe weiterer Errungenschaften der damaligen Zeit.

Verschiedene Religionsgemeinschaften geben den Bewohnern und Gästen der Stadt Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Neben Angehörigen der römischen Staatsreligion leben auch Juden und sogar erste Christen in Korinth, als Paulus das erste Mal in diese Stadt kommt. Nach seiner Abreise erfährt Paulus recht bald von Missständen in der Gemeinde und schreibt den Korinthern einen Brief.
Ich lese aus dem 9. Kapitel die Verse 24-27:
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