Predigt: Palmsonntag (2015)

Gnadenkirche Rheinbach / Versöhnungskapelle Merzbach
Palmsonntag 30.3.2015

Johannes 17 – Gott auf den Kreuzwegen mit uns

1So redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche; 2denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. 3Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 4Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. 5Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
Johannes 17, 1-5

Liebe Schwestern und Brüder,

das Evangelium vom Palmsonntag vom Einzug Jesu in Jerusalem mochte ich als Kind ganz besonders gern. Erinnerte es mich doch an den Beginn der Adventszeit, die ja auch mit dem Einzug Jesu in Jerusalem beginnt. In den Menschen, die mit Palmwedeln die Straßen schmückten und Jesus einen jubelnden Empfang bereiteten, konnte ich mich selbst mit allen meinen kindlichen Wünschen und Hoffnungen für das Christfest wiederfinden. Am ersten Advent war für mich schon die ganze Vorfreude auf den Heiligen Abend mit eingeschlossen, obwohl ja noch vier Wochen Warten angesagt war. Doch durch den jubelnden Einzug Jesu in Jerusalem hatten die langen Adventswochen schon ein helles Vorzeichen, trotz aller noch drohenden Bußpredigten Johannes des Täufers.

Und das gleiche Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag schlug für mich wiederum eine Brücke, diesmal über die düstere Karwoche hinweg zum Licht des Ostermorgens. Als Pfarrerskind war für mich der Besuch der täglichen Passionsandachten Pflicht. Die grausamen Einzelheiten des Kreuzweges Jesu, der Verrat und die Verleugnung durch die eigenen Jünger, die grenzenlose Einsamkeit beim Ringen mit seinem Geschick im Garten Gethsemane und später zwischen den mitverurteilten Verbrechern am Kreuz – all das war für mich nur erträglich, weil der Einzug Jesu und die grünen Palmzweige Freude, Leben, und einen guten Ausgang des Ganzen ankündigten. Palmsonntag und Ostern – diese beiden Sonntage waren für mich wichtig, die Tage dazwischen, so meinte ich damals, hätten ruhig entfallen können.

Erst sehr viel später, eigentlich erst im Studium ging mir auf, dass ich sowohl im Blick auf den Ernst der Adventszeit als auch im Blick auf das gesamte Evangelium von Jesus Christus dabei war, den Kern der frohen Botschaft zu verlieren, wenn ich die dunklen Tage der Karwoche ausklammerte. Von diesem Kern des Evangeliums spricht unser heutiger Predigttext aus dem Johannesevangelium und will uns helfen, den Sinn der Karwoche neu zu verstehen.

„Vater die Stunde ist da.“ In nüchterner Klarheit scheint Jesus in den Abschiedsreden des Johannesevangeliums einen Schlussstrich zu ziehen unter die Zeit seines irdischen Wirkens, also unter sein Predigen, Heilen, Befreien von Schuld vor Menschen und vor Gott. Alle wunderbaren Trostgeschichten, die Jesus als Herrn über die Naturgewalten, über Hunger und Krankheiten, ja sogar über den Tod offenbarten, sie zeigten Jesus als menschgewordenen Gottessohn, in dessen Wirken göttliche Macht und göttliche Kraft auf Erden sichtbar wurden. Jesus selbst fasst all dies so zusammen: Vater, ich habe dich verherrlicht auf Erden.

Und so erlebten es damals die Menschen ja auch. In der Stillung des Seesturms, der Speisung der 5000, der Heilung des Blindgeborenen, der Auferweckung des Lazarus, in all dem verherrlichte Jesus Gott auf Erden. Gottes Macht, Gottes Herrlichkeit war da am Werke.

Herrlichkeit, griechisch DOXA darunter stellte man sich den Abglanz überirdischen Lichtes vor, den wir sterblichen Menschen nur in Ansätzen erfassen können. Sprengt die Herrlichkeit Gottes doch alle Dimensionen, die unser kleiner Verstand fassen kann. In den Heilungswundern, in Jesu vollmächtiger Predigt, da erscheint eine Andeutung dessen, was Herrlichkeit ist. Das, was Johannes hier erzählt, hat man in der Kunstgeschichte versucht, mit dem Heiligenschein darzustellen. Da ist ein Mensch, aber da ist auch unfassbar mehr. DOXA eben, Herrlichkeit Gottes.

Alles das hatten Jesu Jünger in den Wanderjahren mit ihrem Meister vielfach erleben dürfen. Gottes Herrlichkeit auf Erden. Der Glanz der Engel auf dem Hirtenfeld in Bethlehem hatte den Anfang gemacht. Doch nun sagt Jesus selbst überdeutlich: „Vater die Stunde ist da, verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche.“

Das hört sich sehr klar nach Ende an, nach Abbruch einer so wichtigen Zeit. „Vater die Stunde ist da, verherrliche deinen Sohn.“ Der Glanz des Überirdischen, der helle Schein des ewigen Lebens wird mit Jesus zurück in den Himmel gehen, die Erde bleibt zurück im Dunkel der Vergänglichkeit und gefangen in der Nacht des Todes. Vater, verherrliche deinen Sohn. Da der Himmel, hier die Erde, da Freude, Erlösung und Leben in Fülle, hier Not und Schuld und Leben am Rande des Erträglichen.

Scheinbar kein Palmsonntagstext, der Mut und Zuversicht verbreiten kann. Doch nur scheinbar. Denn Jesus hat ja gar nicht vor, den Weg, der auf dem Hirtenfeld in Bethlehem begann, abzubrechen und zu verlassen. Jesus hat nicht vor, vor dem Dunkel der Passion, vor dem Leiden und Sterben zu fliehen und sich schnell in himmlische Sicherheit zu bringen.

Mehr noch: Jesus weiß, was auf ihn zukommt: Verrat durch die eigenen Jünger, Folter, grausame Hinrichtung durch den Tod am Kreuz. Und im vollen Wissen um dies alles bittet er: „Vater, verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche; denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.“

Wenn diese Bitte Jesu um Verherrlichung kein Wunsch nach Flucht vor dem Leiden ist, dann enthält sie eine atemberaubende Botschaft, die alle unsere Maßstäbe vollkommen auf den Kopf stellt. Denn wer am Beginn des Kreuzweges bittet: „Vater verherrliche mich“ und dabei bewusst bereit ist, diesen Kreuzweg auch zu gehen, der hebt damit die bisherige Trennung zwischen Leiden und Herrlichkeit, zwischen Irdischem und Himmlischem auf. Wenn der Kreuzweg Teil des Weges Jesu zur Verherrlichung ist, dann ist doch der tröstliche Schein göttlichen Lichtes gerade da, wo die Not am größten, die Einsamkeit am grausamsten, die Schmerzen am unerträglichsten und der Tod absolut unausweichlich ist.

„Vater verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.“ Der Weg Jesu ans Kreuz ist also nicht der Weg dorthin, wo Gott am fernsten ist, sondern auch, nein gerade auf dem Kreuzweg ist Gott so nahe wie er uns einmal sein wird, wenn wir ihn von Angesicht zu Angesicht sehen.

Die Stationen dieses Kreuzweges zwischen Palmsonntag und Ostermorgen sind also nicht etwas, was wir gut auch streichen können, um schneller ins Licht der Auferstehung zu kommen – nein, mitten im Leiden, auch auf dem Weg zum Kreuz umfängt uns die Herrlichkeit Gottes. Wohl in verborgener Gestalt und so, dass wir sie weder beweisen noch oft auch nur erahnen können. Doch sie ist da, so gewiss Jesus Christus den Kreuzweg ging als Weg seiner Verherrlichung. Ein Weg, der uns den Zugang zu ewigem Leben ermöglicht.

Das ist eine Botschaft, die all unser Begreifen übersteigt und die dennoch wahr ist. In dir ist Freude in allem Leide so versuchen wir gleich im Lied nach der Predigt diese Botschaft nach zu buchstabieren. Eine Botschaft, die es auszubreiten gilt in die dunkelsten Winkel der Herzen und der Häuser unserer Zeit.

Diese Botschaft heißt: Es gibt keinen Bereich unseres Lebens und unserer Welt und unserer Zeit, der außerhalb der DOXA, der göttlichen Herrlichkeit, außerhalb des göttlichen Machtbereichs liegt. Seit Jesus nicht nur in Gottes Namen, sondern als wahrer Mensch und wahrer Gott für uns den Weg ans Kreuz ging, gibt es keinen Kreuzweg, der nicht auch von der Herrlichkeit Gottes umschlossen wäre. Diese Zusage unseres Glaubens war es, die vielen Märtyrern der Kirche die Kraft gab, in Verfolgung nicht den Glauben zu verlieren. Diese Zusage unseres Glaubens war es, die dem Prediger von Buchenwald, auch einem Dietrich Bonhoeffer oder einer Edith Stein die Kraft gab, die nötig war, um in KZ-Haft den Glauben nicht zu verlieren.

Und diese Zusage unseres Glaubens ist es, die wir gerade heute am Palmsonntag 2015 mitnehmen dürfen hinein in die Zeit der Kreuzwege, die vor uns liegen mögen. Und dies gilt im wörtlichen wie übertragenen Sinne: Wer die nächste Bestrahlung vor sich hat, wer gerade einen lieben Menschen verloren hat oder wo ein solcher Verlust bevorsteht, wo die Diagnose unheilbar lautet und die Ärzte keinerlei Zuversicht mehr verbreiten, wo sich die Kinder seit langem nicht mehr gemeldet haben, wo die Pflege des Partners die eigenen Kräfte überfordert, wo beruflich gar nichts mehr zu gehen scheint … überall da ist Jesus Christus, der menschgewordene Gott auch.

Er gibt uns und diese Welt, auf der so viel Schlimmes geschieht, nicht dem Verderben preis. Seine Bitte am Beginn des Kreuzweges: „Vater verherrliche du mich“ macht das deutlich. Er ist kein Schönwettergott, der sich in den Himmel verzieht, wenn es auf Erden ungemütlich wird. Er ist da, wo es am finstersten ist, wo wir ihn darum auch am dringendsten brauchen. Eine tröstliche Zusage, ein Licht in der Finsternis.

Liebe Schwestern und Brüder, wer wie ich als Kind versucht, vom Palmsonntag zum Ostermorgen zu fliegen und die Karwoche mit Gründonnerstag und Karfreitag auszuklammern, dem bleibt dieser Trost des Evangeliums verschlossen. So wie der 23. Psalm nichtssagend wird, wenn man die Verse über das Wandern im finsteren Tag ausklammert, so auch hier. Wirkliche Osterfreude kann nur der erleben und empfinden, der dem Dunkel des Kreuzweges nicht ausgewichen ist. So schenke uns Gott eine gesegnete Karwoche, damit wir in und nach allen Karfreitagen unseres Lebens ein gesegnetes Osterfest erleben. Amen.

Pfr. Dr. Eberhard Kenntner

Unsere Kirchengemeinde auf Facebook

Seit gestern, 5. März 2015, sind wir mit einer eigenen Seite bei Facebook vertreten. Für unsere Jugendlichen im Jugendzentrum Rheinbach und am Aussenort Merzbach betreibt Felix Mors schon seit längerem eine spezielle Facebook-Seite unter Juze Rhb.

Zu den Facebook-Seiten:

 und 

Nachruf

Walter Viethen
Walter Viethen – Presbyter und Diakon
An Weihnachten ist unser Diakon Walter Viethen gestorben. Wir trauern um unseren lieben Kollegen und Freund.

Walter Viethen war seit dem 1. Januar 1981 – länger als fast alle von uns – in unserer Gemeinde tätig und hat unsere Gemeinde mit geprägt. Er arbeitete in der Jugendarbeit.
„Offene Tür“ oder OT war für ihn nicht nur eine Ortsbezeichnung, sondern ein Qualitätsmerkmal. Viele Generationen Jugendlicher sind durch seine „offene Tür“ gegangen. Sie schätzten ihn als Ansprechpartner und Ratgeber, und er gab ihnen im Juze ein Stück Heimat.

1998 übernahm Walter Viethen zusätzlich die Diakonie- und Sozialberatung – ebenfalls beheimatet im Juze – eine offene Tür für Hilfesuchende, Benachteiligte und Notleidende.

Diese beiden Schwerpunkte zeichneten ihn aus. Die Jugendlichen lagen ihm am Herzen, aber er hatte auch immer die Benachteiligten, die am Rande Stehenden, die oft Übersehenen im Blick.

Ihnen und ihren Anliegen galt sein Interesse, und er begegnete jedem mit derselben Herzlichkeit und Offenheit, mit Respekt und Achtung.

Walter Viethen liebte seine Arbeit – das merkte jeder, der ihm begegnete und mit ihm zusammen arbeitete. 1997 wurde er zum Dienst an Wort und Sakrament ordiniert – diese
geistliche Dimension seiner Arbeit war ihm wichtig. Er fühlte sich in seinem Engagement von seinem Glauben an den menschgewordenen Gott getragen und wollte seine Art, Glauben zu leben, weitergeben.

Seit 2004 war Walter Viethen Mitglied des Presbyteriums. Er war das – manchmal auch unbequeme – Gewissen des Presbyteriums, machte sich stark für die Belange der Mitarbeitenden und für die in unserer Gesellschaft – und auch in unseren Gemeinden – oft Vergessenen.

Walter Viethen war uns ein lieber, aufrichtiger und treuer Kollege. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie. Wir haben uns in einem Gottesdienst am 9. Januar von Walter
Viethen verabschiedet. Die Beisetzung der Urne wird in seiner Heimat erfolgen.

Regenbogensonntag

Nachdem unser erster „Regenbogensonntag“ im November 2014 auf große Resonanz gestoßen ist, möchten wir Sie/ Euch alle herzlich zum
zweiten Regenbogensonntag am 15. März 2015
einladen. Das Thema des Gottesdienstes lautet:
„Alles muss klein beginnen“.

Es wird wieder in einzelnen Altersgruppen auf unterschiedliche Weise erarbeitet. Der Gottesdienst wird von dem Team des Regenbogensonntags gestaltet. Auch diesmal wird die Band „Churchillers“ den Gottesdienst begleiten.
Der Regenbogensonntag soll 2-3 Mal pro Jahr stattfinden und hoffentlich viele Familien mit Kindern, aber auch Jugendliche, Erwachsene und Senioren anziehen. Alle, die der Gottesdienst im November angesprochen hat und alle, die
neugierig geworden sind und dabei sein wollen, sind herzlich eingeladen, diese neue Form des interaktiven Gottesdienstes zu erleben.
Kommen Sie zahlreich und bringen Sie gerne auch Freunde und Verwandte mit!

Beginn ist wie gewohnt um 10.00 Uhr in der Ev. Gnadenkirche in Rheinbach. Der Gottesdienst
dauert bis ca. 11.45 Uhr, damit genug Zeit für die Gruppenarbeit und das gemeinsame
Singen bleibt. Im Anschluss gibt es ein gemeinsames Mittagessen, bei dem Sie/Ihr die Gemeinschaft unserer Gemeinde genießen und Kontakte knüpfen können/ könnt.
Damit wir das Mittagessen und die Anzahl der Gruppen besser planen können, bitte wir um vorherige „Anmeldung“ im Gemeindeamt (Tel.: 02226-4760) bis spätestens zum 10. März.

Übrigens freut sich das Vorbereitungsteam noch über fleißige Helfer, die im Vorfeld oder am 15. März vor Ort mithelfen können. Interessierte melden sich hierfür bitte bei Gudrun Schlösser oder Manuela Rottschäfer.
Wir freuen uns auf den 15. März und über rege Teilnahme!

Das Vorbereitungsteam

Kinderbibeltag

Echt spannend – Abtauchen mit Jona!
Für alle Kinder von 6 – 12 Jahren
Samstag, 21. März 2015
10.00 – 14.00 Uhr im ev. Gemeindezentrum, Ramershovener Str. 6

Theater, Singen, Spielen und Basteln,
gemeinsames Mittagessen und jede Menge Spaß!

Anmeldungen bis 18. März 2015 im ev. Gemeindeamt, Tel. 4760
Informationen bei B. Preußner, E-Mail: b.preussner@web.de

Nacht der Kirchen

Dritte „Rheinbacher Nacht der Kirchen“ am 28.2.2015 von 19.00 bis 23.00 Uhr

Unter dem Motto „Der Weg zum Kreuz“ laden die evangelische Kirchengemeinde, die Freie evangelische Gemeinde und die katholische Kirchengemeinde herzlich zu einem besonderen Ereignis ein.

Alle Kirchen in Rheinbach öffnen ihre Tore am 28.02.2015 ab 19.00 Uhr. An diesem Abend wird es vielfältige Angebote
geben: Kunstaustellungen, Musik, Taizegebet, Theater, Lesungen, eine Kirchenführung, Gospels und vieles mehr. So erfahren die Besucherinnen und Besucher die Vielfalt der christlichen Botschaft und die Kreativität der Christen in den einzelnen Gemeinden. Um 23.00 Uhr schließt die dritte „Nacht der Kirchen“ mit dem Posaunenchor der ev. Kirche
und einem Nachtsegen vor St. Martin.
Wir möchten mit dieser Veranstaltung auch Menschen ansprechen, die sonst nicht zum „Stammpublikum“ der Gemeinden gehören. Kirche soll so neu erfahrbar und Spiritualität auf einem anderen Weg spürbar werden. In dieser Nacht will Kirche eine bewusst andere Ausrichtung zeigen, die die BesucherInnen überraschen kann.
Die Angebote sind so abgestimmt, dass immer wieder von einem Ort zum anderen gewechselt werden kann. Zwischen den Programmpunkten ist genügend Zeit, den Veranstaltungsort zu wechseln oder aber bei einem kleinen Imbiss und Gespräch
zu verweilen. Die Schirmherrschaft für diese Aktion übernimmt Bürgermeister Stefan Raetz.
Wir freuen uns, wenn wir mit diesem Projekt Ihr Interesse zum dritten Mal wecken können, und wir uns an diesem Abend wieder sehen.
Ökumenischer Arbeitskreis
Doris Kübler und Ute Koch

Das Programm der Nacht der Kirchen 1502-Nacht der Kirchen Flyer steht zum Download für Sie bereit.

Predigt: Zum 200. Todestag von Matthias Claudius

Gottesdienst zum 200. Todestag von Matthias Claudius

* 15. August 1740 in Reinfeld (Holstein)
† 21. Januar 1815 in Hamburg

Pfarrer Dr. Eberhard Kenntner

Liebe Schwestern und Brüder!

Die schrecklichen Morde von Paris haben die ganze Welt von Tschetschenien bis Nigeria, von England bis Australien aufgeschreckt, und wohl auch niemanden von uns lässt das kalt, wenn das Aufeinandertreffen verschiedener Grundeinstellungen zum Leben in blutigen Terror mündet. Hier aufgeklärte westliche Lebens- und Denkweise, dort fundamentalistische religiöse Intoleranz mit Denkverboten aller Art.

Matthias Claudius Abendlied
Matthias Claudius Abendlied
Der Grundkonflikt, um den es da geht, beherrschte in einer anderen Form auch die Zeit, in der Matthias Claudius das wunderbare Lied „Der Mond ist aufgegangen“ dichtete. Es war, wie wir eben hörten, die Blütezeit der Aufklärung. Diese hatte Immanuel Kant 15 Jahre vor der Entstehung unseres Liedes als den „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ bezeichnet. Sein Aufruf lautete: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Bis heute hält sich die Meinung, und wird von manchen Medien gebetsmühlenartig wiederholt, als sei damit gegeben, dass Verstand und Gefühl, dass Naturwissenschaft und Religion sich ausschließende Gegensätze seien. Das Abendlied von Matthias Claudius will uns da eines Besseren belehren. Einen Konflikt, einen massiven sogar sieht der Dichter wohl auch, aber die Grenzlinien des Konfliktes verlaufen für ihn ganz anders, als man gemeinhin denkt.

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Predigt: Jahreslosung 2015

Römer 15, 7: Nehmt einander an wie  Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
Römer 15, 7: Nehmt einander an wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
Nehmt einander an wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. Römer 15, 7

Liebe Schwestern und Brüder,

wir leben in einem der reichsten Länder der Erde, wir haben in Europa alle Auswirkungen der Finanzkrise am besten gemanagt, Gesundheitswesen, Sozialsysteme, Bildungschancen… weltweit wären Millionen Menschen glücklich, von dem, was wir haben, nur ein ganz klein wenig abbekommen zu können.
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