Archiv der Kategorie: Predigt

Regenbogen-Sonntag am 25.Juni

Diese neue Gottesdienst-Form ist seit längerem sehr beliebt in der Gemeinde: Besonders herzlich eingeladen sind Familien mit Kindern im Grundschulalter. Aber auch jeder, der einen ‚aktiveren‘ bzw. ‚interaktiveren‘ Gottesdienst schätzt, ist herzlich eingeladen: Am Sonntag, den 25.Juni feiern wir um 10 Uhr Regenbogen-Gottesdienst. Nach einer kurzen Liturgie geht es in verschiedenen Gruppen (je nach Alter) um die gleiche Bibelstelle – den Predigttext. Nach einem gemeinsamen Abschluss findet im Gemeindezentrum ein Mittagessen statt – bitte sagen Sie uns zur besseren Planung Bescheid, wieviele von Ihnen bleiben wollen. Ein kurzer Anruf im Gemeindebüro (02226/4760) genügt.

Predigt Himmelfahrt 2017

Pfarrer Dr. Diethard Römheld

1 Könige 8, 22–24 und 26–28
Es war bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem:
Da trat Salomo vor den Altar des Herrn.
Und die ganzen Gemeinde Israels schaute zu.
Salomo hob seine Hände zum Gebet zum Himmel und sprach:
„O Herr, Du Gott Israels!
Kein anderer Gott ist Dir gleich,
weder oben im Himmel noch unten auf Erden!
Denn du hältst fest am Bund mit deinen Knechten
und bleibst denen gnädig,
die sich in ihrem Leben auf dich verlassen.
Du hast wahr gemacht,
was Du Deinem Knecht, meinem Vater David, verheißen hast.
Ja, was Dein Wort angekündigt hat,
das hat Deine Hand heute vollendet.
(Gemeint ist die Vollendung des Tempelbaus!)

O Herr, Gott Israels,
lass jetzt auch jenes Wort wahr werden,
das Du auch zu Deinem Knecht, meinem Vater David, geredet hast.
(Gemeint ist das Versprechen Gottes, im Tempel wohnen zu wollen!)
Willst Du wirklich auf Erden wohnen?
Siehe, der Himmel, ja selbst der Himmel aller Himmel
kann Dich nicht aufnehmen!
Wie viel weniger dann dieser Tempel,
den ich gebaut habe!
(Doch egal, wo du wohnst:)
Wende Dich dem Gebet Deines Knechtes
und seinem Flehen zu!

O Herr, mein Gott, höre diese meine Bitte!“

Tja, spannende Sache: Es ist Himmelfahrt, der Tag, an dem wir uns daran erinnern, dass Jesus in den Himmel emporgehoben wurde. Und dann darf König Salomo mit seinen Zweifeln zu Wort kommen? „Gott ist größer als alle Himmel!“ Unsere Rede vom Himmel kann bestenfalls symbolisch gemeint sein, der gestirnte Himmel über uns ist nämlich nicht wirklich Gottes Aufenthaltsort! Wir ahnen es schon länger: Gott ist nicht der alte bärtige Herr, der sich da oben hinter den Wolken oder im Blau versteckt. Wie sprachen die russischen Kosmonauten: Wir waren oben, wir haben ihn nicht gesehen! Dass schon König Salomo rund 1000 Jahre vor Christus Gott nicht im Himmel suchen wollte, klingt mehr als modern. Doch die Frage des Salomo: „Gott, wenn nicht im Himmel, wo bist Du denn dann? Und hörst Du überhaupt mein Gebet?“, die ist nicht minder modern …
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Predigt zur Jahreslosung

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder.

Die Jahreslosung für das kommende Jahr steht beim Propheten Hesekiel im 36. Kapitel Vers 26:

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.

Na prima! – ein neues Herz – eine kollektive Herztransplantation für diese unsere Gesellschaft.

Das ist es, was wir brauchen, damit unsere Gesellschaft menschlicher und wärmer wird, damit niemand vergessen und abgehängt wird.  Ein neues Herz für unsere Politiker und Wirtschaftsbosse, für alle Entscheidungsträger – kurz für die da oben, die abgehoben und hartherzig unsere Geschicke lenken.

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Predigt zum Reformationstag 2106

von Pfarrer Dr. Diethard Römheld

Ich lese ausgewählte Verse aus Römer 3. Es handelt sich um DIE zentrale Bibelstelle, auf der Luther seine Theologie der Rechtfertigung aufbaut. Die Übersetzung folgt der neuen Revision der Lutherübersetzung von 2017:

Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes
die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart.
Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott,
die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus
zu allen, die glauben.
Denn es ist hier kein Unterschied:
Sie sind allesamt Sünder
und ermangeln des Ruhmes,
den sie vor Gott haben sollen,
und werden ohne Verdienst gerecht
aus Seiner Gnade
durch die Erlösung,
die durch Christus Jesus geschehen ist.
So halten wir nun dafür,
dass der Mensch gerecht wird
ohne des Gesetzes Werke,
allein durch den Glauben.

Tja, da haben wir den Salat: Auch hier in der Gnadenkirche gilt ohne Unterschied: Wir sind allesamt Sünder!
Aber Hand auf’s Herz: um DAS zu erfahren, seid Ihr nicht hergekommen, oder? Fühlt Ihr Euch als Sünder? Könnt Ihr so aus dem Stegreif aufzählen, wo Ihr gesündigt haben? Und ich meine nicht den Kühlschrank! Ist „Sünde“ nicht ein furchtbar altmodischer Begriff?
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Predigt vom 30. Oktober 2016

Die Predigt zum 23. Sonntag nach Trinitatis in der Gnadenkirche von Prädikantin Irmela Richter

Liebe Gemeinde,

mal ehrlich, haben Sie schon einmal versucht, mit Ihrem Gemüsehändler den Preis von 5 Kilo Kartoffeln auszuhandeln? Oder haben Sie vielleicht mit der Verkäuferin über den Preis eines Pullovers oder einer Hose diskutiert? Als vor gut 15 Jahren in Deutschland das Rabattgesetz weggefiel, war die Sorge vor einer Orientalisierung unserer Gesellschaft groß. Aber das Handeln um Preisnachlässe liegt den meisten von uns nicht, es würde in den meisten Geschäften auch nicht funktionieren. Die befürchtete Orientalisierung ist ausgeblieben.

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15. Sonntag nach Trinitatis – der Teufel

Die Predigt vom Sonntag, 04. Septeber 2016, in der Gnadenkirche von Pfarrer Dr. Diethard Römheld.


Ich lese ausgewählte Verse aus 1 Petrus 5 (8–10*):

Bewahrt einen klaren Kopf
und seid wachsam!
Denn Euer Feind, der Teufel,
streift wie ein brüllender Löwe umher.
Er sucht jemanden,
den er verschlingen kann.
Leistet ihm Widerstand
in unbeirrtem Glauben!
Gott hat euch in seiner großen Gnade
zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen.
Nur für eine kurze Zeit müsst ihr leiden.
Dann wird Gott euch wieder herstellen und stärken,
euch Kraft und Halt geben.

Das riecht heute nach ganz großem Kino: Da kommt der Teufel um die Ecke, gefräßig und aggressiv wie ein Löwe. Und WIR sollen seine Opfer sein. UNS will er als Beute! Der Teufel hält sich nicht irgendwo fern von uns in der Hölle auf, um da schon mal ein wenig einzuheizen für die, die es später verdient haben. Nein, der Teufel steht schon draußen vor der Kirchentür und wartet auf uns. Und es scheint ihm egal, ob wir es verdient haben oder nicht! Es geht um den Hunger des Löwen, nicht um Gerechtigkeit!
Das riecht heute nach ganz großem Kino: Da kommen wir selbst vor in der Heldenrolle, als tapfere Kämpfer. Wachsam müssen wir sein, sehr wachsam. Und permanent Widerstand leisten müssen wir, um nicht zur Beute zu werden. An Schlaf ist nicht zu denken, an verträumtes in den Tag leben auch nicht. Zu den Waffen, Geschwister, der Feind ist nahe! Leben im Glauben ist weder kuschelig noch tröstlich, sondern gefährlich und anstrengend. Schweiß und Tränen werden fließen.
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Predigt vom 21. August

Die Predigt vom Sonntag, 21. August 2016, in der Gnadenkirche von Pfarrerin Gudrun Schlößer.

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Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.
Amen.

Predigttext 1. Johannes 4

Geliebte, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.

Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Geliebte, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.

Liebe Schwestern und Brüder,

was würden Sie sagen, wenn ich Sie heute statt mit dieser Anrede mal mit „Geliebte“ ansprechen würde? Sicher wären sie etwas befremdet.
„Na ja“, würden Sie vielleicht sagen, „ist ja schön, wenn sie uns gern hat, aber übertreiben muss man ja auch nicht.“ Geliebte, das sagt man nicht einfach so. Das ist schon ein Wort für eine besondere Beziehung
und für besondere Gelegenheiten.

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Predigt zur Konfirmation 2016

Predigt zur Konfirmation 2016

1 Kor 14,1–3

Kirchenslang, den kein Schwein versteht, den kennt Ihr zu Genüge. So ein Pfaffe redet ja viel, wenn der Tag lang ist, und da ist manch seltsamer Kram dabei. „Himmelreich, Heiland, Messias, Sohn Gottes, Halleluja, Hosianna“ und was sonst noch alles. Ich bin auf dem Land groß geworden, und wenn wir unsere Lehrer ärgern wollten, gaben wir in solchen Situationen den Bauernbengel: „Hosianna, was ist denn das? Kann man das essen? Ist das ansteckend? Ist das was unanständiges?“ Mann, was waren wir aufgeschlossen für neue Bedeutungshorizonte! Und unseren Lehrern wuchsen graue Haare: Hatten sie es doch schon immer gewusst: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht! Auch Ihr habt euch manchmal sicherlich gefragt, wovon wir Kirchenleute gerade reden. Aber Ihr habt anders als wir damals höflicherweise nicht den Bauernbengel gegeben, auch wenn Eure Fragen nicht unähnlich waren: Warum soll man an etwas glauben, was man nicht sehen und anfassen kann? Warum soll man Vergebung für etwas suchen, was uns nicht weiter auf der Seele liegt? Und ist „Jesus liebt dich“ nicht eine furchtbar kirchliche Floskel, aber meilenweit vom täglichen Leben entfernt?

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Predigt Kantate 24.04.2016

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes, des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Kol 3,12-17:
12 So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld;
13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!
14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.
15 Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar.
16 Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.
17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Liebe Brüder und Schwestern,

stellen Sie sich vor, wir als Gemeinde wären ein großer Chor. Das sollen wir doch sein, oder. Schließlich heißt unser Sonntag Kantate – Singt! Und im Predigttext steht es eindeutig: „Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen!“

Was würden wir als Gemeindechor wohl singen?
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Predigt Karfreitag

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes, des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder!

Jesus neigte das Haupt und verschied. – Aus! Kerzen aus, Altar abgeräumt, Ende, Aus, Schluss. Jedes Jahr dasselbe. Und jedes Jahr ist es schwer zu ertragen. Karfreitag ist schwer zu ertragen. Karfreitag ist unpopulär. Wäre es nicht leichter, diesen düsteren Tag einfach zu überspringen und schon mal zu Ostern überzugehen.
Aber das konnten die Jüngerinnen und Jünger Jesu auch nicht. Sie mussten Karfreitag ertragen, hilflos, ausgeliefert, aller Hoffnungen beraubt. Warum musste das geschehen? so fragten sie sich. Warum dieser Tod, dieses Scheitern, dieses jähe Ende aller Hoffnungen und Träume? Was hatte Ihr Leben jetzt noch für einen Sinn? Was gab es für sie noch zu erwarten? Dieser Tod macht für sie einfach keinen Sinn. Er macht sie mutlos, sprachlos, lässt sie erstarren. Ihre Sprache haben sie erst langsam nach Ostern wiedergefunden. Erst im Licht der Auferstehung wird das Kreuz für sie überhaupt deutungswürdig. Sonst wäre es einfach das grausame Ende eines Gescheiterten gewesen. – Und genau das müssen Sie zunächst einmal aushalten.
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